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Berlusconi-Attentäter kommt ohne Strafe davon

Ein Mailänder Gericht hat heute entschieden, was mit dem Mann passiert, der den italienischen Premier Silvio Berlusconi mit einem Miniatur-Dom am Gesicht verletzte.

Ein schlimmer Tag für den Premier: Silvio Berlusoni nach der Wurfattacke.
Ein schlimmer Tag für den Premier: Silvio Berlusoni nach der Wurfattacke.
Keystone

Die Bilder gingen am 13. Dezember 2009 um die Welt: Sie zeigten das blutverschmierte Gesicht von Silvio Berlusconi, der kurz zuvor Opfer einer Wurfattacke geworden war. Ein Mann hatte dem Politiker bei einer Wahlveranstaltung in Mailand eine Souvenir-Nachbildung des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Dabei erlitt der 73-Jährige Platzwunden an der Lippe und einen Bruch der Nasenscheidewand. Ausserdem wurden zwei Vorderzähne beschädigt. Der Täter war ein 42-jähriger Mann mit psychischen Problemen. Er steht zurzeit unter Hausarrest und wird therapeutisch behandelt.

Jetzt, rund sechseinhalb Monate nach der Attacke auf Berlusconi, hat ein Gericht in Mailand entschieden, dass der Attentäter nicht vor ein Gericht gestellt werden kann. Auf Grund des Gutachtens von zwei Psychiatern hat das Gericht den Angreifer für schuldunfähig erklärt, wie italienische Medien berichten. Allerdings muss der Attentäter Massimo Tartaglia ein weiteres Jahr in der psychiatrischen Einrichtung verbringen, in der er sich seit Februar befindet. Dort steht er unter besonderer Aufsicht. Ausserdem hat das Gericht dem Mann ein Verbot auferlegt, in den nächsten zwölf Monaten an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Er darf aber seine Familie besuchen.

Laut Gutachten gemeingefährlich

Gemäss dem Gutachten war Tartaglia am Abend des Attentas nicht zurechnungsfähig. Er sei nicht in der Lage gewesen, die Folgen seines Handeln zu beurteilen. Der Attentäter war bisher ein unbescholtener Mann. Gemäss Medienberichten leidet er seit zehn Jahren unter psychischen Problemen. Nach Ansicht seiner Verteidiger kann er nicht als gemeingefährlich eingestuft werden. Das Gutachten kommt zum gegenteiligen Schluss.

Der Prozess gegen Tartaglia hatte im April begonnen. Die Richter nahmen nun die Forderung des Staatsanwalts Armando Spataro an, der den Freispruch des Täters wegen Unzurechnungsfähigkeit gefordert hatte.

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