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Berlusconi-Vertrauter zu sieben Jahren Haft verurteilt

Ein enger Vertrauter des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi muss wegen Mafia-Verstrickungen für sieben Jahre ins Gefängnis.

Ein Berufungsgericht in Palermo gab das Urteil gegen den Senator und Unternehmer Marcello dell'Utri am Dienstag bekannt. 2004 war Dell'Utri zunächst zu neun Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte jetzt in zweiter Instanz elf, die Verteidigung Freispruch gefordert.

Laut den Richtern in Palermo hatte der 69-jährige Dell'Utri in den 80er Jahren und bis 1992 Kontakte zur sizilianischen Mafia gepflegt.

Enge Beziehungen hatte Dell'Utri vor allem mit Vertrauensmännern der langjährigen Nummer eins der Mafia Salvatore Riina und seinem Nachfolger Bernardo Provenzano. Dell'Utri soll auch dem sizilianischen Mafioso Vittorio Mangano einen Job auf dem Anwesen Berlosconis in Arcore bei Mailand vermittelt haben.

Schwere Vorwürfe eines «Pentito»

Gegen den Mitbegründer der Berlusconi-Partei Forza Italia waren in den vergangenen Monaten von einem reuigen Mafioso (»pentito») schwere Vorwürfe erhoben worden.

So hatte der «pentito» Gaspare Spatuzza sowohl Berlusconi als auch Dell'Utri beschuldigt, mit der Mafia Anfang der 1990er Jahre einen blutigen Pakt geschlossen zu haben, um sich den Einstieg in die Politik zu ermöglichen. Sowohl Berlusconi als auch Dell'Utri hatten die Vorwürfe stets abgestritten.

Diese Vorwürfe seien nun durch das Urteil «endgültig begraben» worden, erklärte der Verteidiger Dell'Utris. Das Urteil bestätige zwar die Mafiaverstrickungen aber nur bis 1992. Dies beweise, dass «die Theorie eines Paktes zwischen Staat und Mafia Unsinn sei».

Dell'Utri war bei den Parlamentswahlen im April 2008 als Senator in Berlusconis Mitte-rechts-Partei «Volk der Freiheit» (PdL) wiedergewählt worden.

SDA/sam

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