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Blut und Fotos

Wer sind die Fotografen, die in Kiew unter schwierigsten Umständen ständig mit dem Finger am Drücker der Gewalt auf den Fersen sind?

Bereits im Dezember wurden rund 50 Journalisten verletzt: Dieser Reuters-Fotograf wurde von ukrainischen Sicherheitskräften geschlagen.
Bereits im Dezember wurden rund 50 Journalisten verletzt: Dieser Reuters-Fotograf wurde von ukrainischen Sicherheitskräften geschlagen.
Reuters
Die Fotografen liefern apokalyptische Bilder: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew liefern sich Regierungsgegner und Polizeieinheiten seit Tagen dramatische Strassenkämpfe. (25. Januar 2014)
Die Fotografen liefern apokalyptische Bilder: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew liefern sich Regierungsgegner und Polizeieinheiten seit Tagen dramatische Strassenkämpfe. (25. Januar 2014)
Sergei Supinsky, AFP
Nahkampf: Bei den Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei wurden bis anhin xy verletzt und xy getötet. (25. Januar 2014)
Nahkampf: Bei den Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei wurden bis anhin xy verletzt und xy getötet. (25. Januar 2014)
Sergei Supinsky, AFP
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Barrikaden aus Autoreifen brennen lichterloh. Dahinter haben sich Demonstranten aufgestellt, die mittelalterlichen Rittern gleichen: Helm, Schild, Eisenstangen halten sie wie Schwerter. In den vergangenen Tagen machten solche Bilder aus Kiew auf der ganzen Welt die Runde. Apokalypse in der ukrainischen Hauptstadt.

Die Berichte und Bilder stammen von Journalisten und Fotografen, die sich bei den Krawallen in Kiew zwischen den Fronten bewegen. Dabei werden sie immer wieder selber zum Ziel von Angriffen. Wie das Committee to Protect Journalists (CPJ) auf seiner Webseite berichtet, wurden in der vergangenen Woche mindestens 42 Medienvertreter angegriffen und teils verletzt.

Mit Fäusten und Stöcken geschlagen

Viele der vom CPJ befragten Journalisten sagten aus, von Soldaten der Berkut-Miliz attackiert worden zu sein. Milizionäre hätten mit Gummigeschossen auf sie gefeuert, ihr Equipment zerstört und einige von ihnen geschlagen. Zwei ukrainische Journalisten von Radio Free Europe wurden sogar festgenommen. Während ihrer kurzen Haft wurden sie mit Fäusten und Stöcken geschlagen. «Buzz Feed»-Journalist Max Seddon teilte auf Twitter ein Bild des russischen Journalisten Andrei Kiselew mit Wunden im Gesicht. Diese sollen von Polizisten stammen.

Robert Mahoney, stellvertretender Direktor vom Committee to Protect Journalists, sagt, die Ukraine verfüge über eines der repressivsten Mediengesetze in Europa. Er zeigt sich schockiert über die Angriffe auf Journalisten in Kiew: «Wir verurteilen die Attacken auf Journalisten in Kiew aufs Härteste und fordern die Sicherheitskräfte auf, die Rechte der Medienleute, sicher arbeiten zu können, zu achten.»

Bereits während der Ausschreitungen im Dezember waren in Kiew schätzungsweise 50 Journalisten und Fotografen von Polizisten angegriffen worden.

Drohung per SMS

«New York Times»-Journalist Andrew Kramer berichtete letzte Woche auch von Einschüchterungsversuchen. Demonstranten und Journalisten hätten eine ominöse SMS zugeschickt bekommen. Der Text lautete: «Lieber Abonnent, Sie wurden als Teilnehmer eines Massenaufruhrs registriert.»

Einen Absender hatte die SMS nicht, sämtliche Telefonanbieter bestritten, irgendetwas mit der Nachricht zu tun zu haben. Vermutet wird, dass die SMS von der ukrainischen Regierung als Warnung verschickt worden war.

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