Brexit: London zeigt erstmals Zahlungsbereitschaft

Der Brexit wird für das Vereinte Königreich eine kostspielige Angelegenheit. Vor dem Treffen mit EU-Vertretern am Montag signalisiert London Verhandlungsbereitschaft.

London räumt finanzielle Verpflichtungen gegenüber EU ein: Der Bürogebäudekomplex Canary Wharf in London, wo sich Finanzinstitute wie Credit Suisse, HSBC, Citigroup, Morgan Stanley, Bank of America und Barclays niedergelassen haben.

London räumt finanzielle Verpflichtungen gegenüber EU ein: Der Bürogebäudekomplex Canary Wharf in London, wo sich Finanzinstitute wie Credit Suisse, HSBC, Citigroup, Morgan Stanley, Bank of America und Barclays niedergelassen haben.

Die britische Regierung hat erstmals ausdrücklich eine finanzielle Verpflichtung gegenüber Brüssel für die Zeit nach dem geplanten Brexit eingestanden. Das berichtete die «Financial Times» heute unter Verweis auf eine schriftliche Erklärung aus dem Brexit-Ministerium an das britische Parlament.

Zum Thema «Finanzieller Ausgleich» heisst es dort: «Die Regierung erkennt an, dass das Vereinigte Königreich Verpflichtungen gegenüber der EU hat, und die EU Verpflichtungen gegenüber dem Vereinigten Königreich, die den Austritt Grossbritanniens überdauern werden, und dass diese eingelöst werden müssen.»

In Brüssel wurde die Passage der «Financial Times» zufolge als verhaltenes Zeichen des Entgegenkommens für die anstehende zweite Verhandlungsrunde am Montag interpretiert. Die Formulierung «gehe weiter» als die bisherigen Aussagen Londons, zitiert das Blatt einen an den Verhandlungen beteiligten EU-Diplomaten. Ein frühes Scheitern der Gespräche könne damit möglicherweise verhindert werden.

Sollte die Passage tatsächlich eine Botschaft an Brüssel gewesen sein, war sie gut versteckt. Die Erklärung war dem Parlament von einer Staatssekretärin am Donnerstag schriftlich mitgeteilt worden. In mehreren Positionspapieren, die Brexit-Minister David Davis am Donnerstag vorgestellt hatte, tauchte sie nicht auf.

nag/sda

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