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«Chirac ist zu krank für den Prozess»

Der frühere Staatspräsident Frankreichs könne nicht an das Korruptionsverfahren gegen ihn erscheinen, sagen seine Anwälte. Er habe Probleme beim Sprechen und leide unter Gedächtnisverlust.

Ist angeblich schwer angeschlagen: Jacques Chirac, hier an einer Konferenz in Brüssel im Dezember 2010.
Ist angeblich schwer angeschlagen: Jacques Chirac, hier an einer Konferenz in Brüssel im Dezember 2010.
Keystone

Der ehemalige französische Staatspräsident Jacques Chirac ist nach Angaben seiner Anwälte zu krank, um zu dem Korruptionsverfahren gegen ihn zu erscheinen. Ein Richter wird vermutlich am Montag - dem geplanten Prozessauftakt - über einen Antrag der Anwälte entscheiden, ihm ein Fernbleiben zu erlauben.

In einer in der Zeitung «Le Monde» veröffentlichten Erklärung teilten die Anwälte mit, dass ein Arzt dem 78-jährigen Chirac attestiert habe, er sei nicht mehr in vollem Ausmass fähig, an einem Gerichtsverfahren teilzunehmen.

Zustand verschlechterte sich im Sommer

Einem engen Vertrauten des 78-Jährigen zufolge habe sich sein Zustand während des Sommers zusehends verschlechtert. Er leide unter Gedächtnisverlust und habe Probleme beim Sprechen, sagte der Vertraute der Nachrichtenagentur AFP.

Chirac werden Veruntreuung, illegale Einflussnahme und Unterschlagung öffentlicher Mittel vorgeworfen. Im März war der Prozess wegen einer Verfassungsklage eines Mitangeklagten unterbrochen worden. Diese wurde später abgewiesen.

Gefälligkeitsjobs für Parteifreunde

Hintergrund der Anklage ist eine Affäre aus den Neunzigerjahren. Chirac steht unter Verdacht, in seiner Zeit als Bürgermeister von Paris (1977-1995) Parteifreunden Gefälligkeitsjobs zugeschustert zu haben. 28 Männer und Frauen sollen auf der Gehaltsliste des Rathauses gestanden haben, in Wirklichkeit aber vor allem für die UMP-Vorgängerpartei RPR gearbeitet haben.

Chirac und die UMP hatten sich im vergangenen Jahr mit dem Pariser Rathaus auf eine Entschädigungszahlung in Höhe von 2,2 Millionen Euro geeinigt. Die Stadt verzichtete darauf, als Nebenklägerin aufzutreten. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Ex- Präsidenten bis zu zehn Jahre Haft und 150'000 Euro Strafe.

SDA/miw

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