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Der Poker von Tsipras ist aufgegangen

Griechenland-Korrespondent Gerd Höhler zu den Optionen von Wahlsieger Alexis Tsipras.

Alexis Tsipras hat hoch gepokert – und gewonnen. Aus der Parlamentswahl vom Sonntag ist sein Linksbündnis Syriza als Sieger hervorgegangen. Trotz nicht eingelöster Wahlversprechen, Bankenschliessungen, Kapitalkontrollen, Steuererhöhungen und Rentenkürzungen traut es eine Mehrheit der Griechen nur Tsipras zu, mit den Geldgebern des Landes hart zu verhandeln. Was für Tsipras eine besondere Genugtuung sein muss: Die Rebellen vom linksextremen Syriza-Flügel, die bei dieser Wahl unter dem Banner ihrer neu gegründeten Volkseinheit antraten, sind kläglich gescheitert.

Tsipras feiert seinen Erfolg als «Sieg des Volkes». Aber mit grossen Worten sollte man vorsichtig sein. Nur gut jeder zweite Wahlberechtigte hat überhaupt seine Stimme abgegeben. Offenbar haben viele Griechen das Vertrauen in das politische System verloren. Das schlägt sich auch im Wahlerfolg der Neonazipartei Goldene Morgenröte nieder, die wiederum drittstärkste politische Kraft wurde.

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