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«Die Sklaven leben mitten unter uns»

Der Menschenhandel in Europa ist für das organisierte Verbrechen ein blühendes Geschäft. Der Grossteil der Opfer stammt aus Osteuropa.

Besorgt: Antonio Maria Costa, Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung.
Besorgt: Antonio Maria Costa, Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung.
Keystone

Mit modernem Sklavenhandel verdienen Menschenhändler in Europa pro Jahr bis zu 2.5 Milliarden Euro. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor. Demnach befinden sich in Europa mehr als 140'000 Menschen in der Gewalt des organisierten Verbrechens. Weltweit seien es sogar mehrere Millionen. Die Zahl der Opfer steige jährlich um etwa 50 Prozent, hiess es weiter.

Unter dem Vorwand im reichen Europa Arbeit finden zu können, würden viele der Frauen und Kinder dazu gebracht, ihre armen Heimatländer in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika zu verlassen. Einmal angekommen, würden sie dann zur Prostitution und Zwangsarbeit angehalten, teilten die UN mit. Demnach stammen 51 Prozent der Opfer vom Balkan oder aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion. 13 Prozent kommen den Bericht zufolge aus Lateinamerika, sieben Prozent aus Mitteleuropa und fünf Prozent aus Afrika.

Nur wenige Täter gefasst

«Viele Europäer glauben, dass die Sklaverei vor Jahrhunderten abgeschafft wurde», schrieb UNODC-Direktor Antonio Maria Costa. «Dabei leben die Sklaven mitten unter uns.» Die Regierungen der Industrieländer hätten erst vor kurzem reagiert und die Gesetze gegen Menschenhandel verschärft. Nur wenige Täter würden gefasst und verurteilt.

Die US-Schauspielerin und ehrenamtliche UNODC-Botschafterin Mira Sorvino stellte einige der Opfer-Schicksale vor. So berichtete sie von einer Rumänin, der ihre Peiniger während der Fahrt nach Spanien mehrere Rippen brachen. Trotz ihrer Verletzungen sei die Frau in einem Bordell zur Prostitution gezwungen wurden, erzählte Sorvino.

dapd/jak

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