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Die Terror-Touristen aus Deutschland

Laut einem Vertreter der deutschen Polizei-Gewerkschaft reisen immer mehr Islamisten in Ausbildungslager für angehende Terroristen. Und kehren dann gewaltbereit zurück.

Ein bekannter Fall: Der deutsche Jihadist Abu Askar präsentierte sich per Video als Kämpfer der Islamischen Bewegung Usbekistans. Laut den Sicherheitsbehörden wurde er in einem Camp ausgebildet.
Ein bekannter Fall: Der deutsche Jihadist Abu Askar präsentierte sich per Video als Kämpfer der Islamischen Bewegung Usbekistans. Laut den Sicherheitsbehörden wurde er in einem Camp ausgebildet.
Keystone

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, nimmt die aktuellen Warnungen vor Anschlägen in Berlin absolut ernst. Der Zeitung «Passauer Neuen Presse» sagte er, die Reisen von Islamisten aus Deutschland in die Region Afghanistan und Pakistan, teils in Terrorlager, hätten stark zugenommen. «Immer mehr Menschen sind aus Deutschland in die dortigen Ausbildungslager gefahren – und ein grosser Teil ist auch zurückgekehrt und lebt jetzt hier.» Diese Menschen hätten eine Ausbildung und Kampferfahrung, seien radikalisiert und wollten auch Anschläge ausführen.

«Die Zahl der islamistischen Gefährder liegt bei über 100», sagte Freiberg weiter. Rund 40 Menschen, die eine Sprengstoffausbildung in den dortigen Lagern gemacht hätten, würden jetzt wieder in Deutschland leben. Freiberg beklagte, das die Polizei nicht in der Lage sei, alle Gefährder zu überwachen: «Eine Rund-um-die-Uhr-Beobachtung ist aus Personalmangel nicht möglich. Wir sind nicht einmal in der Lage, alle Sicherheitsverwahrten, die jetzt freigelassen werden müssen, zu überwachen. Wir sind an unsere Grenzen gestossen.»

Warnungen vor Anschlägen in Europa

Terrorwarnungen seien generell absolut ernst zu nehmen, erklärte Freiberg und bedauerte, dass «die Fälle, bei denen wir in Deutschland konkrete Anschläge verhindern konnten, nicht realistisch genug beurteilt werden». Die Polizei habe Attentate nur durch gute Arbeit verhindern können, zum Teil aber auch einfach durch Glück.

In der vergangenen Woche waren Geheimdiensthinweise publik geworden, denen zufolge das Terrornetzwerk al-Qaida Anschläge in Deutschland, Grossbritannien und Frankreich plant. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte jedoch vor Panikmache. Es lägen «gegenwärtig keine konkreten Hinweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge in Deutschland vor», sagte er am Montag in Berlin.

dapd/raa

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