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Ein Toter bei Anschlag auf ukrainischen Abgeordneten

Bei einer Explosion in der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam der Leibwächter eines Politikers ums Leben. Drei weitere Personen, darunter ein Abgeordneter, wurden verletzt.

Explosion neben einem Motorrad: Sanitäter versorgen einen Verletzten. (25. Oktober 2017)
Explosion neben einem Motorrad: Sanitäter versorgen einen Verletzten. (25. Oktober 2017)
AFP
Sein Bodyguard ist ums Leben gekommen: Der ukrainische Abgeordnete Igor Mosijtschuk. (24. Oktober 2017)
Sein Bodyguard ist ums Leben gekommen: Der ukrainische Abgeordnete Igor Mosijtschuk. (24. Oktober 2017)
Stepan Franko, Keystone
Laut Parteichef handele es sich um einen «versuchten Mordanschlag auf Mosijtschuk». (25. Oktober 2017)
Laut Parteichef handele es sich um einen «versuchten Mordanschlag auf Mosijtschuk». (25. Oktober 2017)
Stepan Franko, Keystone
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In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein Parlamentsabgeordneter bei einer Explosion verletzt und sein Leibwächter getötet worden. Nach Angaben des Fernsehsenders Espreso verliess der Abgeordnete Igor Mosijtschuk von der Radikalen Partei am Mittwoch nach einem Interview das Studio des Senders, als nahe eines am Strassenrand geparkten Motorrollers ein Sprengsatz detonierte. Dem ukrainischen Innenministerium zufolge wurden bei der Explosion ein Mensch getötet und drei weitere verletzt.

Laut Mosijtschuks Radikaler Partei handelt es sich bei dem Getöteten um einen Leibwächter des Abgeordneten. Parteichef Oleg Liaschko bezeichnete die Explosion als «versuchten Mordanschlag auf Mosijtschuk». Dieser stehe «im direkten Zusammenhang mit seinen beruflichen Aktivitäten und politischen Ansichten», schrieb Liaschko auf seiner Facebookseite. «Das ist eindeutig das Werk des Geheimdienstes unseres Feindes», fügte er hinzu und nahm damit offenkundig Bezug auf Russland.

In der Opposition

Die populistische Radikale Partei befindet sich im ukrainischen Parlament in der Opposition, hat in der Vergangenheit aber auch mit der Regierung zusammengearbeitet. Mosijtschuk verbüsste von 2011 bis 2014 eine Haftstrafe, nachdem ihm die Beteiligung an einer «terroristischen» ultranationalistischen Gruppe vorgeworfen worden war. Im Zuge der prowestlichen Protestbewegung, die im Februar 2014 den Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch erzwang, wurde er freigelassen.

Das Verhältnis von Russland und der Ukraine ist seit dem Sturz Janukowitschs extrem gespannt. Die ukrainische Regierung und die EU werfen Russland vor, die gegen Kiew kämpfenden Rebellen in der Ostukraine militärisch zu unterstützen, was Moskau bestreitet.

Im März war der in die Ukraine geflüchtete ehemalige russische Abgeordnete und Kreml-Kritiker Denis Woronenkow in Kiew vor einem Hotel in der Innenstadt erschossen worden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko machte Russland für Woronenkows Tod verantwortlich und sprach von russischem «Staatsterrorismus». Der Kreml nannte die Vorwürfe «absurd».

AFP/chk

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