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Erdogan bietet Park-Referendum an

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan traf sich mit den Führern der Protestbewegung zu einem vierstündigen Gespräch. Bei weiteren Demonstrationen blieb es ruhig.

Friedliche Stimmung: Die Demonstranten verfolgen auf dem Taksim-Platz ein Klavierkonzert. (13. Juni 2013)
Friedliche Stimmung: Die Demonstranten verfolgen auf dem Taksim-Platz ein Klavierkonzert. (13. Juni 2013)
Keystone

Ohne klares Ergebnis ist ein Gespräch des türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit Vertretern der Demonstranten in Istanbul zu Ende gegangen. Erdogan hatte die Delegation am späten Donnerstagabend empfangen. Wie die Proteste und die Besetzung des Gezi-Parks beendet werden können, ist weiter offen.

Ein Sprecher von Erdogans Partei erklärte danach, die Bauarbeiten im Gezi-Park würden gestoppt, bis ein Gericht entschieden habe, ob diese legal seien. Zudem könne ein Referendum über die Zukunft des Parks abgehalten werden.

Gemeinsame Antwort

Vertreter der Gruppe Taksim Solidarität bestätigten, dass man ihnen bei dem Treffen den Stopp der Bauarbeiten versprochen habe. Man werde nun die Ergebnisse des Treffens mit Erdogan den anderen Protestierenden vortragen und eine gemeinsame Antwort geben.

Am Donnerstagabend hatten trotz einer von Erdogan angedrohten Räumung Tausende Menschen im Gezi-Park ausgeharrt. Weitere Tausende strömten auf den anliegenden Taksim-Platz. Dabei blieb es friedlich.

Die Verantwortlichen setzten nach den zuletzt scharfen Worten offenbar auf Kommunikation. Neben Erdogan lud am Donnerstagabend auch der Gouverneur der Stadt, Huseyin Avni Mutlu, die Demonstranten zum Gespräch ein. Er stehe ab Mitternacht in einem Café in der Nachbarschaft für alle zu Gesprächen zur Verfügung, twitterte er.

«Angelegenheit ohne Polizei beenden»

Reportern sagte er auf dem Weg zu dem Treffen, er hoffe, die Menschen im Gezi-Park verstünden das Signal. «Wir versuchen die Angelegenheit zu beenden, ohne dass die Polizei einschreiten muss», erklärte er.

Mit einer Demonstration gegen den Umbau des Platzes im Zentrum der türkischen Metropole hatte die Protestbewegung am 31. Mai begonnen. Die Polizei war gegen Umweltschützer vorgegangen, die die Abholzung von Bäumen im nahen Gezi-Park für das Bauprojekt verhindern wollten. Bei den inzwischen landesweiten Protesten sind seither fünf Menschen ums Leben gekommen, mehr als 5000 wurden verletzt.

AP/chk

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