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«Es fiel mir schwer, ihnen ins Gesicht zu sehen»

Die italienischen Rettungstaucher sind erstmals ins Innere des Wracks vor Lampedusa vorgedrungen. Die Zahl der geborgenen Opfer steigt auf über 230.

Bis zu 300 Menschen starben, als ihr Flüchtlingsboot vor der italienischen Insel Lampedusa sankt: Das Wrack des Schiffs auf dem Meeresgrund. (4. Oktober 2013)
Bis zu 300 Menschen starben, als ihr Flüchtlingsboot vor der italienischen Insel Lampedusa sankt: Das Wrack des Schiffs auf dem Meeresgrund. (4. Oktober 2013)
Keystone
Verhaftet: Der mutmassliche Schlepper Mohammed Elim Muhidin auf dem Flughafen von Palermo. (7. November 2013)
Verhaftet: Der mutmassliche Schlepper Mohammed Elim Muhidin auf dem Flughafen von Palermo. (7. November 2013)
AP/Polizei
Insgesamt befanden sich rund 500 Migranten auf dem Schiff. Viele der Flüchtlinge stammen aus Eritrea. (3. Oktober 2013)
Insgesamt befanden sich rund 500 Migranten auf dem Schiff. Viele der Flüchtlinge stammen aus Eritrea. (3. Oktober 2013)
AFP
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Nach der verheerenden Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 230 gestiegen. Taucher der Küstenwache bargen weitere 38 Leichname, so dass sich die Zahl der Toten auf 232 erhöhte.

Das 18 Meter lange Schiff mit rund 500 Flüchtlingen überwiegend aus Eritrea war am Donnerstag vor Lampedusa gekentert. Nur 155 Menschen überlebten das Unglück. Es wird befürchtet, dass sich im Inneren des gesunkenen Flüchtlingsschiffs noch zahlreiche Leichen befinden.

Erstmals im Wrack

Heute war der erste Tag, an dem die Taucher ins Innere des Schiffs vordringen konnten. Bislang waren nur Leichen ausserhalb des Schiffswracks und von der Kommandobrücke des Schiffs geborgen worden, erklärte Filippo Marini von der Küstenwache. Er rechnet damit, dass es mindestens zwei Tage dauern werde, bis die Suche dort abgeschlossen ist.

Für die Bergungstaucher sind die Arbeiten im Wrack belastend und äusserst anstrengend. Sie können maximal zehn Minuten unter Wasser bleiben. Einer von ihnen, Riccardo Nobile, berichtete, was für schreckliche Bilder sich ihm unter Wasser boten: «Es fiel mir schwer, ihnen ins Gesicht zu sehen, ihre Wunden, der gequälte Ausdruck, die ausgestreckten Arme», sagte er. «Es war extrem schwierig. Aber es ist unser Job.»

SDA/ami

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