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EU verbietet Menthol-Zigaretten

Grössere Warnhinweise, weniger Zusatzstoffe und strengere Kontrolle von E-Zigaretten: Das Europäische Parlament hat umfangreiche Massnahmen gegen das Rauchen genehmigt. Die Tabaklobby läuft Sturm.

Nicht mehr lange: Menthol-Zigaretten in einem Verkaufsregal.
Nicht mehr lange: Menthol-Zigaretten in einem Verkaufsregal.
Reuters

Grosse Warnhinweise auf Zigarettenpackungen, härtere Regeln für E-Zigaretten und ein Verbot von Menthol-Zigaretten: Die EU geht entschieden gegen das Rauchen vor.

Mit Schockbildern und grösseren Warnhinweisen auf den Zigarettenpackungen sollen in der Europäischen Union vor allem junge Menschen verstärkt vom Rauchen abgehalten werden. Einer entsprechenden Neuregelung hat das EU-Parlament mit sehr grosser Mehrheit zugestimmt.

Strengere Auflagen für E-Zigaretten

Demnach sollen künftig 65 Prozent der Verpackungsfläche mit abschreckenden Bildern, etwa von Raucherbeinen, und Warnungen wie «Rauchen tötet» bedeckt werden. Die Regelung sieht auch vor, dass bestimmte Aroma- und Zusatzstoffe wie Menthol, Vanille oder Schokolade ganz aus Zigaretten verbannt werden.

Auch für die in einigen EU-Staaten weit verbreiteten sogenannten elektronischen Zigaretten, die eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampfen, sind strengere Auflagen geplant. Beispielsweise sollen die Hersteller verpflichtet werden, den Inhalt der Flüssigkeit offenzulegen.

Nicht verboten werden hingegen sogenannte Slim-Zigaretten, also dünnere Zigaretten.

Die EU-Staaten hatten sich bereits im Juni auf schärfere Regeln für Tabakprodukte geeinigt. Nun werden Unterhändler des Parlaments mit Vertretern der Mitgliedsstaaten über noch strittige Details verhandeln.

Nach der endgültigen Verabschiedung haben die Regierungen zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Mit einem Inkrafttreten der Neuregelung wird daher nicht vor 2016 gerechnet.

Tabaklobby läuft Sturm

Die Tabaklobby läuft Sturm gegen die vom Europäischen Parlament beschlossene Verschärfung der EU-Tabakrichtlinie. Eines ihrer Hauptargumente: Die neuen Regeln gefährdeten massiv Arbeitsplätze. Allein die deutsche Tabakwirtschaft soll 107'000 Personen Arbeit bieten. Davon sind gemäss Angaben des deutschen Tabakverbands von 2012 52'000 Personen direkt in der Branche beschäftigt, weitere 55'000 Jobs entstehen durch die sogenannten indirekten Beschäftigungseffekte in anderen Wirtschaftssektoren.

Allein der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) beziffert die Beschäftigtenzahl in seinem Sektor auf 25'000. Der Verkauf von Zigaretten, Tabak und Zubehör ist ihm zufolge nicht nur die Geschäftsgrundlage für Fachhändler, sondern auch ein wichtiges Standbein für Kioske und Zeitungs- oder Lottoläden.

sda/AFP/mw

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