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Frankreich nimmt Abschied von Chirac

Der ehemalige Präsident wird am Montag in Paris beigesetzt. Ihm zu Ehren wurde eine eintägige Staatstrauer ausgerufen.

Zwölf Jahre lang war er Präsident Frankreichs: Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Zwölf Jahre lang war er Präsident Frankreichs: Jacques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
Philippe Wojazer, Reuters
Chirac galt als jovial und machtbewusst, leutselig und extrem misstrauisch, charmant und rücksichtslos. (16. Dezember 2004)
Chirac galt als jovial und machtbewusst, leutselig und extrem misstrauisch, charmant und rücksichtslos. (16. Dezember 2004)
Olivier Hoslet, Keystone
Das Ehepaar siezte sich: Seit 1956 war der ehemalige Präsident mit Bernadette Chirac verheiratet. (21. März 2004)
Das Ehepaar siezte sich: Seit 1956 war der ehemalige Präsident mit Bernadette Chirac verheiratet. (21. März 2004)
Regis Duvignau, Reuters
Vor seiner Wahl zum Präsidenten amtet Chirac als Premierminister. Hier besucht er eine Zuckerrohrplantage in Martinique. (31. März 1988)
Vor seiner Wahl zum Präsidenten amtet Chirac als Premierminister. Hier besucht er eine Zuckerrohrplantage in Martinique. (31. März 1988)
Charles Platiau, Reuters
Zwischen 1977 und 1995 fungiert Chirac als Oberbürgermeister von Paris. Hier überreicht er Schauspielerin Elizabeth Taylor die Medaille der französischen Hauptstadt. (26. November 1985)
Zwischen 1977 und 1995 fungiert Chirac als Oberbürgermeister von Paris. Hier überreicht er Schauspielerin Elizabeth Taylor die Medaille der französischen Hauptstadt. (26. November 1985)
Laurent Rebours, Keystone
Unter Präsidenten: Zweimal tritt Chirac bei den Präsidentschaftswahlen erfolglos gegen den Sozialisten François Mitterrand (rechts) an.
Unter Präsidenten: Zweimal tritt Chirac bei den Präsidentschaftswahlen erfolglos gegen den Sozialisten François Mitterrand (rechts) an.
Philippe Wojazer, Reuters
Im dritten Anlauf klappts: 1995 wird Jacques Chirac zum neuen Präsidenten Frankreichs gewählt. (7. Mai 1995)
Im dritten Anlauf klappts: 1995 wird Jacques Chirac zum neuen Präsidenten Frankreichs gewählt. (7. Mai 1995)
Charles Platiau, Reuters
Protest 1995 gegen geplante Atombombentests Frankreichs auf dem Muruora-Atoll: Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft mit Christophe Ohrel, Ciriaco Sforza, Adrian Knup, Stephane Henchoz, Sebastien Fournier, Alain Sutter und Marc Hottiger (v.l.) vor dem Spiel Schweiz-Schweden mit klarer Botschaft.
Protest 1995 gegen geplante Atombombentests Frankreichs auf dem Muruora-Atoll: Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft mit Christophe Ohrel, Ciriaco Sforza, Adrian Knup, Stephane Henchoz, Sebastien Fournier, Alain Sutter und Marc Hottiger (v.l.) vor dem Spiel Schweiz-Schweden mit klarer Botschaft.
Karl Mathis, Keystone
Aussenpolitik war Chiracs Steckenpferd: Der damalige französische Präsident mit dem US-Präsidenten Bill Clinton und dem deutschen Kanzler Helmut Kohl. (14. Dezember 1995)
Aussenpolitik war Chiracs Steckenpferd: Der damalige französische Präsident mit dem US-Präsidenten Bill Clinton und dem deutschen Kanzler Helmut Kohl. (14. Dezember 1995)
Charles Platiau, Reuters
Gemeinsam mit dem deutschen Kanzler Gerhard Schröder bot er den USA während des Irakkrieges die Stirn: Jacques Chirac spricht vor einem Staatsbanket mit Saddam Hussein.
Gemeinsam mit dem deutschen Kanzler Gerhard Schröder bot er den USA während des Irakkrieges die Stirn: Jacques Chirac spricht vor einem Staatsbanket mit Saddam Hussein.
Bei ihr gibt Chirac den Galan: Angela Merkel erhält vor dem Elysee Palast in Paris 2006 einen Handkuss. (26. September 2006)
Bei ihr gibt Chirac den Galan: Angela Merkel erhält vor dem Elysee Palast in Paris 2006 einen Handkuss. (26. September 2006)
Oliver Weiken, Keystone
Er war einst sein Schützling: Nicolas Sarkozy nannte seinen Vorgänger «intelligent und boshaft». (10. November 2005)
Er war einst sein Schützling: Nicolas Sarkozy nannte seinen Vorgänger «intelligent und boshaft». (10. November 2005)
Christophe Ena, Keystone
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Mit einer grossen Trauerfeier im Pariser Invalidendom nimmt Frankreich am Sonntag Abschied von dem verstorbenen früheren Präsidenten Jacques Chirac. Die Zeremonie ist ab 14.00 Uhr geplant, wie die Familie und der Elysée-Palast am Freitag mitteilten.

Am Montag soll Chirac dann im kleinsten Kreis auf dem Pariser Friedhof Montparnasse beigesetzt werden. Präsident Emmanuel Macron würdigte den früheren Staatschef als «grossen Franzosen» und als «herausragende politische Persönlichkeit».

Auf Wunsch der Familie soll die Zeremonie im Invalidendom Chiracs Rolle als volksnaher Staatschef unterstreichen. Die Franzosen sollen demnach die Möglichkeit erhalten, sich um den Sarg ihres ehemaligen Präsidenten zu versammeln.

Dies würdige «die starke Beziehung, die Jacques Chirac zu den Franzosen hatte», sagte sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux, der mit Chiracs Tochter Claude verheiratet ist. «Alle die ihn lieben, können kommen», betonte er mit Blick auf die Trauerfeier im Invalidendom.

Hunderte Menschen trugen sich im Elysée-Palast in Kondolenzbücher ein. Chirac sei ein «grosser Humanist» gewesen, schrieb ein Besucher. Der Ex-Staatschef bleibe in Erinnerung, weil er Frankreich im Ausland würdig vertreten habe, schrieb ein anderer. Noch bis Sonntag steht der Elysée-Palast für Besucher offen.

Eintägige Staatstrauer

Am Montag soll Chirac auf dem Friedhof Montparnasse in dem Grab beigesetzt werden, in dem bereits seine 2016 gestorbene Tochter Laurence liegt. Dies entspreche dem Wunsch seiner Frau Bernadette, hiess es.

Am Montag wird Chirac zudem mit einer eintägigen Staatstrauer und einer Totenmesse in der Kirche Saint-Sulpice in Paris geehrt. An der Messe nimmt auch Macron teil. Um 15.00 Uhr ist dann in Schulen und Behörden eine Schweigeminute geplant. Chirac gehe nun «in die Geschichte» Frankreichs ein, hatte Macron am Donnerstagabend bei einer Fernsehansprache gesagt.

Chirac war am Donnerstagmorgen im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Er war von 1995 bis 2007 Präsident Frankreichs. Zuvor war er Premierminister des Landes und Bürgermeister von Paris.

Die Pariser Stadtverwaltung liess Bilder Chiracs auf eine Leinwand auf dem Vorplatz des Rathauses projizieren. Das Rathaus sagte unter Rücksichtnahme auf die Trauerfeiern mehrere Veranstaltungen ab. Auch eine für Montag geplante Grundsatzdebatte zur Flüchtlingspolitik in der Pariser Nationalversammlung wurde aufgeschoben.

(SDA)

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