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Freitod eines Gelähmten löst Kontroverse aus

Die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas hat einen jungen Engländer in den Tod begleitet. Der Fall wird in Grossbritannien heftig diskutiert.

Der 23-jährige frühere Rugby-Spieler Daniel James war seit einer Wirbelsäulenverletzung gelähmt. Er hat sich am 12. September in der Schweiz beim Selbstmord helfen lassen und soll der bislang jüngste Brite sein, der Sterbehilfe in Anspruch nahm. Britische Medien kommentierten eine Erklärung der Eltern, in der diese den Freitod als ausdrücklichen Wunsch ihres Sohnes bezeichneten.

Gelähmter Körper als Gefängnis

Er habe seinen gelähmten Körper als ein «Gefängnis» empfunden, hatten Julie und Mark James aus Worcester erklärt. Ihr Sohn habe mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen, bevor er sich «seinen Wunsch erfüllte», erklärten die Eltern weiter.

«Sein Tod ist ein extrem schmerzlicher Verlust für seine Familie, seine Freunde und alle, die an ihm hingen, aber er war zweifellos eine Befreiung aus dem Gefängnis, zu dem sein Körper für ihn geworden war, und von der Angst und dem Hass, den seine Existenz bei ihm jeden Tag auslösten.» Daniel habe sein Leben als «Leben zweiter Klasse» empfunden.

Britisches Recht verbietet Sterbehilfe

Ein Kommentator der Zeitung «The Times» schrieb, angesichts der Entschlossenheit des jungen Mannes wäre es womöglich an den Eltern gewesen, ihrem Sohn Sterbehilfe zu leisten. «Aber sie wussten, dass das britische Recht Sterbehilfe verbietet», hiess es weiter.

Die britische Polizei teilte mit, sie habe nach James' Tod Kontakt zu einem Mann und einer Frau aufgenommen. Beobachter gingen davon aus, dass es sich dabei um die Eltern handelt.

SDA/vin

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