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Gericht nicht schuld an Praljaks Gifttod

Ende November trank Slobodan Praljak vor Gericht Gift und starb kurz darauf. Das Kriegsverbrechertribunal hat den Fall nun untersucht.

Die sechs Angeklagten waren 2013 für schuldig befunden worden, an der Vertreibung bosnischer Muslime beteiligt gewesen zu sein, um ein kroatisches Territorium zu gründen: Die Angeklagten mit Slobodan Praljak bei der Urteilsverkündung. (29. November 2017)
Die sechs Angeklagten waren 2013 für schuldig befunden worden, an der Vertreibung bosnischer Muslime beteiligt gewesen zu sein, um ein kroatisches Territorium zu gründen: Die Angeklagten mit Slobodan Praljak bei der Urteilsverkündung. (29. November 2017)
Robin van Lonkhuijsen, AFP
Der 72-Jährige wurde 2013 wegen Kriegsverbrechen im Bosnienkrieg zu 20 Jahren Haft verurteilt: Praljak (r.) im Gerichtssaal. (29. November 2017)
Der 72-Jährige wurde 2013 wegen Kriegsverbrechen im Bosnienkrieg zu 20 Jahren Haft verurteilt: Praljak (r.) im Gerichtssaal. (29. November 2017)
Robin van Lonkhuijsen, AFP
Das Rettungsteam hat sich im Gerichtsgebäude um Praljak gekümmert.
Das Rettungsteam hat sich im Gerichtsgebäude um Praljak gekümmert.
AFP
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Der Suizid des bosnisch-kroatischen Ex-Militärkommandanten Slobodan Praljak vor dem Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist nicht durch Versäumnisse des Gerichts verschuldet worden. Zu diesem Schluss kommt eine interne Untersuchung des Gremiums.

«Es gibt keine Massnahmen, die eine Entdeckung des Giftes zu irgendeinem Zeitpunkt garantiert hätten», erklärte Richter Hassan Jallow am Sonntag. Seine Untersuchung des Vorfalls habe keine Sicherheitslücken oder Fehler in den Regularien des Uno-Tribunals für Ex-Jugoslawien und der dazugehörigen Haftanstalt ergeben.

Praljak als Held gefeiert

Das Tribunal hatte am 29. November eine 20-jährige Haftstrafe gegen Praljak wegen Kriegsverbrechen im bosnisch-kroatischen Krieg von 1993-1994 bestätigt. Der 72-Jährige protestierte lautstark gegen die Entscheidung und trank im Gerichtssaal aus einem Fläschchen mit Zyankali. Er starb noch am selben Tag im Spital. Eine Untersuchung der niederländischen Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall dauert noch an.

Jallow erklärte, die geringe Grösse des Giftfläschchens, die Einschränkung intensiver Leibesvisitationen durch die Regeln des Gerichts und die Beschaffenheit der Durchleuchtungsgeräte hätten die Entdeckung des ins Gericht geschmuggelten Gifts erschwert. Wie und zu welchem Zeitpunkt es in Praljaks Hände geraten sei, sei nicht abschliessend feststellbar. Jallow ergänzte seinen Bericht durch Ratschläge für Durchsuchungsmethoden und die Ausbildung des Sicherheitspersonals. Trotz der ihm vorgeworfenen Verbrechen gilt Praljak vielen in seiner Heimat bis heute als Held.

SDA/roy

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