Zum Hauptinhalt springen

Grossbritannien entschädigt Ex-Guantánamo-Häftlinge

Die britische Regierung hat sich mit ehemaligen Häftlingen des US-Gefangenenlagers Guantánamo auf Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe geeinigt.

Ein wegweisender Entscheid: Der britische Justizminister Kenneth Clark (links). Rechts ist Binyam Mohamed nach seiner Rückkehr aus Guantánamo im Februar 2009 zu sehen.
Ein wegweisender Entscheid: Der britische Justizminister Kenneth Clark (links). Rechts ist Binyam Mohamed nach seiner Rückkehr aus Guantánamo im Februar 2009 zu sehen.
Keystone

Wie der Fernsehsender ITN am Dienstag berichtete, schloss die Regierung nach wochenlangen Verhandlungen mit dem aus Äthiopien stammenden britischen Staatsbürgers Binyam Mohamed und weiteren Ex-Häftlingen eine aussergerichtliche Einigung. Die Häftlinge hatten den britischen Geheimdiensten vorgeworfen, an ihrer Folter nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen zu sein.

Laut ITN soll ein Häftlinge mehr als eine Millionen Pfund (1,1 Millionen Euro) erhalten. Die Regierung in London teilte mit, Justizminister Kenneth Clarke werde noch am Dienstag dem Parlament eine Erklärung abgeben. Premierminister David Cameron hatte im Juli eine Untersuchung einer möglichen Mitschuld der Geheimdienste an der Folter von Terrorverdächtigen durch US-Ermittler angekündigt. Auch Entschädigungszahlungen an Ex-Guantánamo-Insassen hatte Cameron damals nicht ausgeschlossen.

Schlafentzug und massive Drohungen

Die Anschuldigungen beziehen sich auf die Zeit der Vorgängerregierung der Labour-Partei und richten sich gegen den Inlandsgeheimdienst MI5 und den Auslandsgeheimdienst MI6. Bekanntester Fall ist der von Mohamed, der 2002 in Pakistan festgenommen wurde. Nach vier Jahren im US-Gefangenenlager Guantánamo wurde er entlassen. Während eines von US-Ermittlern geleiteten Verhörs kurz nach seiner Festnahme wurde Mohamed nach eigenen Angaben unter anderem mit Schlafentzug und massiven Drohungen gegen sein Leben gequält. Ein MI5-Agent soll demnach in dem Verhör die Fragen gestellt haben.

AFP/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch