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«Guttenberg hinterlässt eine riesige, offene Baustelle»

Die von Karl-Theodor zu Guttenberg eingeleitete Bundeswehrreform war aus Sicht von Kritikern schlecht vorbereitet und daher leichtsinnig. Kritik kam laut «Spiegel» auch aus den eigenen Reihen.

Sein Entscheid, die Wehrpflicht aufzugeben, wird heftig kritisiert: Karl-Theodor zu Guttenberg.
Sein Entscheid, die Wehrpflicht aufzugeben, wird heftig kritisiert: Karl-Theodor zu Guttenberg.
Keystone

Der schleswig-holsteinische CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian von Boetticher sprach laut «Spiegel» von einer «riesigen, offenen Baustelle». Er vermisst ein Konzept zur Rekrutierung von Freiwilligen, zur Sicherung des Katastrophenschutzes sowie «klare, transparente Parameter» für Entscheidungen über Standortschliessungen.

Der CDU-Politiker beklagte: «Die Union hat sich aus Begeisterung über den Minister mit wehenden Fahnen in die Aussetzung der Wehrpflicht gestürzt.» Boetticher fügte hinzu: «Es war schon abenteuerlich, das ohne fertiges Folgekonzept einfach durchzuziehen.» Er selbst hatte vergebens gegen die Pläne argumentiert.

Zusätzlicher Zeitdruck

Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff sagte dem Bericht zufolge, der rasche Verzicht auf die Einberufung von Wehrpflichtigen sei «nur schwer nachvollziehbar» gewesen. Dies schaffe jetzt «zusätzlichen Zeitdruck» für die Bundeswehrreform. Der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) habe «wegen der Dringlichkeit der Entscheidungen leider keinen Anspruch auf die übliche 100-Tage-Frist zur Einarbeitung».

Hoff kritisierte zudem, dass Guttenberg keine sicherheitspolitische Begründung für seine Reform vorgelegt habe. Vielmehr habe er es «bei einer finanzpolitischen Herleitung bewenden lassen».

dapd/pbe

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