Kapitän wirft britischer Marine «rohe Gewalt» vor

Der indische Skipper des iranischen Tankers «Grace 1» verurteilt Einsatz vor Gibraltar als unverhältnismässig.

Konflikt auf hoher See: Ein Polizeiboot fährt vor Gibraltar neben das iranische Schiff «Grace 1». (AP/Keystone/Marcos Moreno/4. Juli 2019)

Konflikt auf hoher See: Ein Polizeiboot fährt vor Gibraltar neben das iranische Schiff «Grace 1». (AP/Keystone/Marcos Moreno/4. Juli 2019)

Der Schiffsführer des Anfang Juli vor dem britischen Überseegebiet Gibraltar beschlagnahmten iranischen Tankers kritisierte den Einsatz der britischen Marine heftig. Der Inder warf den Soldaten am Dienstag in einem BBC-Interview «rohe Gewalt» vor. Die bewaffneten Marineinfanteristen seien mit einem Hubschrauber auf dem Schiff gelandet und hätten die Besatzungsmitglieder gezwungen, sich hinzuknien.

«Ich stand unter Schock, jeder stand unter Schock», sagte der Kapitän des mit iranischem Erdöl beladenen Supertankers «Grace 1», der namentlich nicht genannt werden wollte. Er frage sich, wieso die Einsatzkräfte mit «solch roher Gewalt» vorgegangen seien. Die Soldaten hätten einfach an Bord kommen und ihm sagen können, dass er festgenommen sei.

Das britische Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der Einsatz sei in «voller Übereinstimmung mit internationalen Regeln und Normen» erfolgt. Grossbritannien begründete die Festsetzung der «Grace 1» damit, dass das Schiff im Verstoss gegen EU-Sanktionen Erdöl nach Syrien habe bringen wollen.

Der Iran bezeichnete das auch international umstrittene Vorgehen als Akt der «Piraterie» und beschlagnahmte vergangene Woche einen britischen Tanker in der Strasse von Hormuz. Die Festsetzung der «Stena Impero» verschärfte die ohnehin starken Spannungen in der Golfregion.

fal/afp

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