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Letzte Raucherbastion Spanien fällt

Bereits ab nächstem Jahr sollen sämtliche Restaurants in Spanien rauchfrei werden. Damit passt sich das Land dem Rest der EU an.

Auch kleinere Bars müssen das Rauchen verbieten: Gäste in Bilbao, 2005.
Auch kleinere Bars müssen das Rauchen verbieten: Gäste in Bilbao, 2005.

Als letztes westeuropäisches Land will auch Spanien seine Bars und Restaurants entqualmen: Ein neues Gesetz soll das Rauchen in allen geschlossenen Arbeitsräumen verbieten. Zudem soll auf Spielplätzen sowie vor Schulen und Krankenhäusern für frische Luft gesorgt werden.

Mit dem neuen Gesetz will die Regierung eine Regelung aus dem Jahr 2006 ersetzen und den Nichtraucherschutz in Spanien mit dem in anderen EU-Staaten in Einklang bringen. Derzeit sind kleinere Bars sowie Restaurants mit abgetrennten Bereichen in Spanien vom Rauchverbot in Arbeitsräumen ausgenommen. Weil in der Praxis in fast allen Lokalen gequalmt wird, waren Forderungen nach einer Neuregelung laut geworden.

Das striktere Gesetz muss nach der für heute Mittwoch erwarteten Genehmigung durch einen Gesundheitsausschuss des Parlaments noch vom Senat abgesegnet werden. Wenn es nach der Regierung geht, könnte es am 2. Januar 2011 in Kraft treten.

Angst um Tourismusbranche

Die Gastronomiebranche beklagte, durch die Massnahme seien bis zu 145'000 Arbeitsplätze bedroht. «Dieses Gesetz wird die Branche ruinieren», sagte der Präsident des spanischen Gastgewerbe-Verbandes, Jose Maria Rubio. Bar-Besitzer argumentierten, dass auch der für Spanien so wichtige Tourismus beeinträchtigt werde.

Das Gesundheitsministerium verwies darauf, dass vergleichbare Massnahmen in anderen Ländern kaum zu Schliessungen, Jobverlusten oder Einnahmerückgängen geführt hätten. Aus gesundheitlicher Sicht gebe es keine Alternative zu der Neuregelung. Nach Angaben des Nationalkomitees zur Rauchprävention sterben jedes Jahr bis zu 1.000 spanische Kellnerinnen und Kellner an Lungenkrebs.

(dapd)

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