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Merkel will Schäuble zum Euro-Gruppenchef machen

Schäuble soll den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker auf dem Euro-Topjob ablösen. Merkel hat laut einem Bericht dafür bei andern Staatschefs geworben.

Angela Merkel (l.) mit ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin. (6. Juni 2011)
Angela Merkel (l.) mit ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin. (6. Juni 2011)
Reuters

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ist als Nachfolger des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker für das Amt des Euro-Gruppenchefs im Gespräch. In EU-Kreisen wurde das heute bestätigt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die deutsche Regierung bezeichnete einen Bericht der «Financial Times Deutschland», nach dem Kanzlerin Angela Merkel Schäuble vorgeschlagen habe, als Spekulation, die sie nicht kommentiere. «Es gibt in dieser Frage noch keine Festlegung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Schäuble selbst sagte, er habe momentan anderes zu tun, als sich mit solchen Personalspekulationen zu beschäftigen. Wenn Juncker dabei bleibe, nicht mehr weitermachen zu wollen, müsse über seine Nachfolge in absehbarer Zeit entschieden werden. «Aber das ist nicht eilig.» Ein Nachfolger sollte aus dem Kreis der Eurofinanzminister kommen.

Würde Schäuble an die Spitze der Eurogruppe treten, hiesse das nicht, dass er sein Regierungsamt in Berlin aufgeben müsste. Allerdings werden Schäubles Chancen in EU-Kreisen gemischt eingeschätzt, zumal die Besetzung dieser Position vermutlich im Paket mit anderen anstehenden wichtigen EU-Personalien entschieden wird.

Warten auf Wahlen in Frankreich

EU-Diplomaten erwarten, dass Klarheit über diese sensiblen Personalien vermutlich nicht vor der französischen Präsidentschaftswahl im Mai geschaffen wird. In der EU wird der Name Schäuble als Kandidat für das Amt des Euro-Gruppenchefs aber ernst genommen. «Das sickert schon durch», bestätigte ein hoher EU-Diplomat. «Schäuble wäre ein starker Kandidat», sagte ein Kollege.

Wenn die Deutschen diese Position wirklich für sich beanspruchten, würden sie sie wohl auch bekommen, hiess es. Allerdings würde die Besetzung der Postens des Euro-Gruppenchefs für Deutschland bedeuten, dass das Land seine eigenen Positionen nicht mehr ganz so kompromisslos vertreten könne, sondern stärker konsensorientiert wirken müsse.

Es gibt aber auch inhaltliche Vorbehalte innerhalb der Eurogruppe gegen eine solche «Beförderung» Schäubles. Grund sei, dass der Minister als Vertreter eines scharfen, kompromisslosen Sparkurses gilt, was ihm auch Vorbehalte von Frankreich eintragen würde, wie es in EU-Kreisen hiess.

SDA/rub

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