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Militärpolizei stürmt Tschechisches Fernsehen

Ein Kommando mit Maschinengewehren ist in der Nacht zu Samstag in das Sendezentrum des Tschechischen Fernsehens (CT) eingedrungen – auf der Suche nach belastendem Material.

Die maskierten Soldaten verfügten über einen Durchsuchungsbefehl wegen des Verdachts der Weitergabe geheimer Dokumente. Ein Dutzend Uniformierte besetzten das Büro des Redakteurs Karel Rozanek und konfiszierten Computer, Notizen, Visitenkarten, Videokassetten und andere Materialien, berichtete die öffentlich- rechtliche Rundfunkanstalt am Samstag. Die Einheit verliess das Gebäude erst gegen 1 Uhr morgens.

Der Chefredaktor Nachrichten des Fernsehsenders, Karel Novak, verurteilte die Machtdemonstration der Militärpolizei als «völlig inakzeptabel». Die Zeitung «Dnes» verglich die Aktion mit der «Spiegel»-Affäre von 1962, bei der die Polizei Redaktionsräume des Nachrichtenmagazins in Hamburg durchsucht hatte.

Die Soldaten fahndeten nach Material aus dem Jahr 2007, über das der Journalist Rozanek berichtet hatte. Im Visier des Verteidigungsministeriums stand damals der ehemalige Chef des Militär-Nachrichtendienstes, Miroslav Krejcik, weil er Korruption in dem Ressort aufdecken wollte.

SDA

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