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Päpste geraten in schlechte Gesellschaft

Franziskus spricht am Sonntag zwei seiner Vorgänger, Johannes Paul II. und Johannes XXIII., heilig. Damit stellt er sie in eine Linie mit Inquisitoren, Judenfeinden und Verächtern der Moderne.

Der Star: Die 7 Millionen erwarteten Pilger kommen vor allem seinetwegen nach Rom, wo Franziskus am Sonntag, 27. April 2014, Papst Johannes Paul II. (Bild) und Papst Johannes XXIII. heiligsprechen wird.
Der Star: Die 7 Millionen erwarteten Pilger kommen vor allem seinetwegen nach Rom, wo Franziskus am Sonntag, 27. April 2014, Papst Johannes Paul II. (Bild) und Papst Johannes XXIII. heiligsprechen wird.
Domenico Stinellis, Keystone
Die Erinnerung ist noch frisch: Papst Johannes Paul II. ist erst 2005 verstorben. Zuvor war er 26 Jahre und 5 Monate lang Papst der römisch-katholischen Kirche. Ein längeres Pontifikat ist nur für Pius IX. belegt.
Die Erinnerung ist noch frisch: Papst Johannes Paul II. ist erst 2005 verstorben. Zuvor war er 26 Jahre und 5 Monate lang Papst der römisch-katholischen Kirche. Ein längeres Pontifikat ist nur für Pius IX. belegt.
Massimo Sambucetti, Keystone
Auch das 13. Jahrhundert brachte einen heiligen Papst hervor: Coelestin V. war ein frommer Asket und Eremit, jedoch seiner Aufgabe nicht gewachsen. Nach fünfmonatiger Amtszeit dankte er ab.
Auch das 13. Jahrhundert brachte einen heiligen Papst hervor: Coelestin V. war ein frommer Asket und Eremit, jedoch seiner Aufgabe nicht gewachsen. Nach fünfmonatiger Amtszeit dankte er ab.
wikipedia
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Im Prinzip führt Papst Franziskus die Tradition der alten römischen Kaiser weiter, die ihre Vorgänger zu vergött­lichen pflegten. Am Sonntag wird er gleich zwei seiner Vorgänger heiligsprechen, Johannes Paul II. (1978–2005) und Johannes XXIII. (1958–1963). Letzterer, «Papa buono» genannt, wollte mit der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils die Kirche mit der Moderne aussöhnen. Johannes Paul II. jedoch bremste die Reformen des Konzils nach Kräften. Gleichwohl kommen die Pilger am Sonntag, die Rede ist von einer bis sieben Millionen, vor allem seinetwegen nach Rom: Die Polen wollen ihrem Nationalhelden die Ehre erweisen. Die Erinnerung an ihn ist noch frisch: Schliesslich ist er erst vor neun Jahren verstorben. Um der «Santo subito»-Forderung des Kirchenvolks nachzukommen, wurde das Kirchenrecht kurzerhand ausser Kraft gesetzt.

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