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Putin muss voraussichtlich in die Stichwahl

Noch nie gab es bei russischen Präsidentschaftswahlen eine Stichwahl: Doch genau dieses Szenario droht Wladimir Putin im kommenden März, wie eine aktuelle Umfrage besagt.

Treffen voraussichtlich in einer Stichwahl aufeinander: Gennadi Sjuganow (links), Chef der kommunistischen Partei, und Wladimir Putin.
Treffen voraussichtlich in einer Stichwahl aufeinander: Gennadi Sjuganow (links), Chef der kommunistischen Partei, und Wladimir Putin.
Keystone

Bei seiner geplanten Rückkehr ins Amt des Präsidenten muss sich der russische Regierungschef Wladimir Putin einer Umfrage zufolge einer Stichwahl stellen. Die Umfrage war von einem vom Kreml kontrollierten Institut durchgeführt worden.

Angesichts sinkender Umfragewerte und der Proteste gegen die umstrittene Parlamentswahl werde Putin im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl Anfang März lediglich 42 Prozent der Stimmen holen, teilte das staatlich kontrollierte Umfrage-Institut VTsIOM heute mit.

Kommunisten-Chef als Gegner

In der Stichwahl trifft er demnach auf den Chef der kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow. Dieser liegt in der Umfrage aber mit elf Prozent der Stimmen weit hinter Putin.

Eine Stichwahl hat es bei russischen Präsidentschaftswahlen bisher noch nie gegeben. Putin war 2004 für seine zweite Amtszeit als Staatschef mit 70 Prozent der Stimmen gewählt worden. Anschliessend wurde er unter Präsident Dmitri Medwedew Regierungschef. Beide wollen ihre Ämter tauschen, wie sie im September verkündet haben.

Erneute Demonstrationen am Wochenende

Die russische Opposition hat für das Wochenende zu neuen Demonstrationen gegen mutmasslichen Wahlbetrug bei der Parlamentswahl vom 4. Dezember aufgerufen. Mehrere Parteien hoffen, dass erneut Zehntausende zu den Kundgebungen kommen. Eine Demonstration am vergangenen Samstag in Moskau gilt als die grösste seit dem Ende der Sowjetunion vor 20 Jahren.

Ministerpräsident Wladimir Putin hat am Donnerstag erklärt, das Wahlergebnis spiegele den Volkswillen wider. Die Aktivistin Oksana Dmitrijewa schrieb dagegen in ihrem Blog, ihrer Partei Gerechtes Russland sei in St. Petersburg der Sieg gestohlen worden. Putins Regierungspartei Einiges Russland bezeichnete sie als «Gauner und Diebe».

SDA/mrs

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