Zum Hauptinhalt springen

Schwere Waffen verbleiben vorerst in der Ostukraine

Der vereinbarte Abzug schwerer Waffen von der Front im Kriegsgebiet Ostukraine kommt nicht voran. Die ukrainische Armee sieht eine Bedingung verletzt.

Ein prorussischer Rebell bewacht einen ehemaligen ukrainischen Checkpoint ausserhalb der Stadt Wuhlehirsk. (5. Februar 2015)
Ein prorussischer Rebell bewacht einen ehemaligen ukrainischen Checkpoint ausserhalb der Stadt Wuhlehirsk. (5. Februar 2015)
Keystone
Noch keine Spur von Waffenruhe: Prorussische Separatisten feuern in der Nähe der ostukranischen Stadt Horliwka Raketen ab. (18. Februar 2015)
Noch keine Spur von Waffenruhe: Prorussische Separatisten feuern in der Nähe der ostukranischen Stadt Horliwka Raketen ab. (18. Februar 2015)
AFP
Marschbefehl: Einberufene Reservierte bei ihrer Verabschiedung in Kiew. (29. Januar 2015)
Marschbefehl: Einberufene Reservierte bei ihrer Verabschiedung in Kiew. (29. Januar 2015)
Sergei Supinsky, AFP
1 / 18

Die ukrainischen Regierungseinheiten schlossen vorerst einen Positionswechsel der Waffen aus, da die Aufständischen eine Feuerpause missachten würden. Armeesprecher verwiesen auf einen Beschuss von Armeestellungen in der Nacht. Daher könne von einem Abzug der Waffen keine Rede sein, sagte ein Militärvertreter im Fernsehen.

Im Konflikt in der Ostukraine kehrt weiterhin kaum Ruhe ein. Video: Reuters

Zudem hätten die Rebellen einen Angriff gegen den Ort Schyrokyne gestartet. Der Abzug ist Teil eines Friedensabkommen, das die Konfliktparteien am 12. Februar in Minsk geschlossen hatten.

Reaktion auf Provokationen

Die prorussischen Gruppen wiesen die Vorwürfe zurück. Die «Volkswehr» reagiere nur auf «Provokationen», sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin in Donezk. Für die Verzögerung des Waffenrückzugs der Aufständischen machte er «logistische Gründe» verantwortlich.

Bassurin kündigte den Abzug schwerer Artillerie für diesen Dienstag an. Die Militärtechnik solle unter Kontrolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) von den Frontlinien der «Volksrepubliken Donezk und Luhansk» abgezogen werden.

In Donezk war in der Nacht und am Morgen Artillerie-Feuer zu hören. Es war nicht klar, von wem der Beschuss ausging. Die Intensität war im Vergleich zur Zeit vor dem Friedensabkommen allerdings deutlich geringer.

Putin sieht Chance für Normalisierung

Russlands Präsident Wladimir Putin äusserte sich am Montagabend in einem Interview zur Lage im Kriegsgebiet. Der Kremlchef sieht eine Chance für eine Normalisierung der Lage im Donbass. Unabdingbar ist für Putin dabei zum Abzug der Waffen seitens Kiew.

Wenn das Abkommen von Minsk und der Abzug schwerer Waffen von der Front «respektiert werden, ist das ein sicherer Weg hin zur Normalisierung der Lage in der Region», sagte Putin im staatlichen russischen Fernsehsender Rossija-1.

Kein weiteres Treffen erforderlich

Russland sei wie Europa nicht an Krieg interessiert, betonte der Präsident. Ein «Szenario einer Apokalypse» in dem umkämpften Gebiet sei «wenig wahrscheinlich», sagte Putin. «Und ich hoffe, es wird nie passieren.»

Putin erklärte zudem, ein weiteres Treffen mit Deutschland, Frankreich und der Ukraine zum Ukraine-Konflikt sei nicht erforderlich. Es gebe keinen Bedarf an einem weiteren Minsker Treffen. Er hoffe, dass die dort zuletzt getroffenen Verabredungen umgesetzt würden.

Am Wochenende hatten beide Seiten eine weitere Vereinbarung unterzeichnet sowie Gefangene ausgetauscht und damit Hoffnungen auf eine Entspannung geweckt. Separatistensprecher Bassurin schloss einen baldigen erneuten Austausch nicht aus. «Wir haben noch mehr als 100 Gefangene», sagte er.

Anschlag mit Toten in Charkow

Nach einem Bombenanschlag mit mindestens zwei Toten in Charkow suchen Spezialkräfte in der zweitgrössten Stadt der Ukraine derweil weiter nach den Hintermännern. Vier festgenommene Mitglieder der prorussischen Vereinigung «Charkower Partisanen» hätten nach ersten Erkenntnissen nichts mit der Tat zu tun, teilte der Geheimdienst mit.

Allerdings sei einer der Männer in der russischen Stadt Belgorod mit Plänen, Geld und einem Raketenwerfer für Angriffe auf Treffpunkte von regierungstreuen Kräften ausgestattet worden. In einer Mitteilung wies die Gruppe «Charkower Partisanen» die Vorwürfe zurück.

SDA/rar

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch