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«Sehe ich denn aus wie einer, der Beihilfe zur Steuerflucht leistet?»

Der politische Aufstieg von Eric Woerth, Frankreichs Arbeitsminister, verlief schnell und steil. Ebenso geht es nun im Strudel des Sommerskandals bergab.

Das Ehepaar Woerth verkehrt in der Haute Société und weiss, entsprechende Kontakte zu pflegen.
Das Ehepaar Woerth verkehrt in der Haute Société und weiss, entsprechende Kontakte zu pflegen.
Reuters

Ausgerechnet Eric Woerth. Wenn sich die Franzosen das Bild ihrer amtierenden Regierung anschauten, schien ihnen ein Mann über jeden Verdacht erhaben. Eric Woerth hatte das Image einer grauen Maus, eines schüchternen und umgänglichen Technokraten ohne sonderliches Charisma, ohne Brillanz, von dem alle sagten, er sei ein «bosseur», ein Krampfer also, der jedes Dossier im Detail kenne. Die «Libération» fand, er habe einen traurigen Blick. Er ist kein Blender, wie es andere sind im Kabinett. Respektiert, aber nicht verehrt. Und immer sehr diskret agierend, ohne Drang ins Scheinwerferlicht. Einer, der sein Image des Durchschnittsbürgers regelrecht kultivierte, weil es seinen Aufstieg begünstigte. Kürzlich, als sich ein schwerer Verdacht auf seine vermeintliche Beispielhaftigkeit legte, fragte er rhetorisch: «Sehe ich denn aus wie einer, der Beihilfe zur Steuerflucht leistet?»

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