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Selbst wenn er schläft, rücken sie ihm auf die Pelle

Ein Stinkefinger-Selfie mit Salvini hat in Italien einen Shitstorm provoziert. Das zeigt, wie clever der Lega-Politiker mit sozialen Medien umgeht.

Matteo Salvini verbreitet den Schnappschuss über seine eigenen Kanäle. Foto: Screenshot
Matteo Salvini verbreitet den Schnappschuss über seine eigenen Kanäle. Foto: Screenshot

Wo immer Matteo Salvini auftritt, wollen Leute mit ihm ein Selfie machen. Offensichtlich selbst dann, wenn der Lega-Chef und ehemalige italienische Innenminister im Flugzeug ein Nickerchen hält. Seine junge Sitznachbarin hat die kurze Auszeit des Politikers ausgenutzt, um ein Selfie zu schiessen, allerdings eines mit unzweideutiger politischer Botschaft - nämlich mit erhobenem Stinkefinger.

Kein anderer italienischer Politiker nutzt soziale Medien so intensiv und clever wie Salvini. Das hat er auch in diesem Fall bewiesen. Statt empört oder beleidigt zu sein, hat er den Schnappschuss über seine eigenen Kanäle weiterverbreitet und mit den Worten kommentiert: «Es ist doch schön, in Begleitung von wohlerzogenen Persönchen zu reisen. Die gehen dann wahrscheinlich auch auf die Strasse, um Hass, Gewalt und Frechheit zu bekämpfen.» Damit spielt er auf die Bewegung der so genannten «Sardinen» an: Vorwiegend junge Leute, die sich seit einiger Zeit zu Tausenden auf Italiens Plätzen versammeln, um gegen Salvini zu protestieren.

Die Lega-Senatorin Roberta Ferrero bezeichnete Salvinis Stinkefinger-Nachbarin ironisch als «Mutige des Tages». Selber nennt sich die junge Frau auf Twitter «Gotica Sweet». Auch ihr mutmasslich richtiger Name ist aufgeführt: Erika Labbe. Sie sei eine «unverstandene Künstlerin» und «Spaghetti-Carbonara-Liebhaberin». Neben ihrer Altersangabe (19 Jahre) schreibt sie: «Benimm dich daneben.»

Das hat sie mit Erfolg getan. Der Shitstorm in Italien ist so heftig, dass «Gotica Sweet» ihre Accounts auf Twitter und Instagram mittlerweile geschlossen hat.

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