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«Sie schiessen wahllos auf Menschen»

In Syrien lässt Präsident Bashar al-Assad seine Sicherheitskräfte nach Angaben der Opposition weiter mit aller Härte gegen Regimegegner vorgehen. Das Nachbarland Libanon ist immer stärker betroffen.

Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Reuters
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Reuters
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
AFP
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Bei Razzien und Protesten im ganzen Land haben syrische Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten gestern erneut mindestens 50 Menschen getötet. Drei Demonstranten seien ihren schweren Verletzungen erlegen, hiess es in syrischen Oppositionskreisen. Am Freitag hatten erneut Tausende Syrer für den Rücktritt Assads demonstriert.

In der nordost-syrischen Stadt Deir al-Zor seien 20 Personen festgenommen worden, berichtet ein syrischer Exil-Aktivist in Beirut unter Berufung auf Gewährsleute vor Ort. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist kaum möglich, da die syrische Regierung keine ausländischen Journalisten ins Land lässt.

Konflikte an der libanesischen Grenze

Das Militär verfolgt Regimegegner auch zunehmend über die Grenze ins Nachbarland Libanon und provoziert damit schwere Grenzzwischenfälle. So sei eine syrische Militärstreife nahe der Ortschaft Al-Mounseh in libanesisches Staatsgebiet eingedrungen, um fliehende Syrer zu verfolgen, teilte die libanesische Armee mit. Ein libanesisches Militärfahrzeug sei durch Schüsse aus Syrien beschädigt worden. Stunden später schossen syrische Soldaten aus Syrien heraus auf libanesisches Staatsgebiet. Dabei war ein libanesischer Dorfbewohner angeschossen worden.

Bewohner des nordlibanesischen Grenzbezirks Akkar baten die libanesischen Streitkräfte, sie vor Übergriffen des syrischen Militärs zu schützen. In den vergangenen Tagen war es mehrfach zu Grenzzwischenfällen gekommen, als syrische Soldaten syrische Zivilisten über die Grenze in den Libanon verfolgten.

Keine Hilfe für Verletzte

Auch in der Provinz Idlib in der Nähe der türkischen Grenze kamen laut der Oppositionsbewegung 21 Regimegegner ums Leben. «Die Sicherheitskräfte schiessen weiter wahllos auf Menschen», sagte ein Anwalt aus Idlib dem arabischen Sender al-Arabiya. Für die Anwohner sei es deshalb kaum möglich, sich herauszuwagen und den Verletzten zu helfen.

Nach Angaben eines in London ansässigen syrischen Menschenrechtszentrums wurden in der Stadt Hama sechs Einwohner bei einer Razzia des Militärs gegen Deserteure erschossen. Weitere Todesopfer habe es in der Hauptstadt Damaskus, in der Oppositionshochburg Homs sowie in der östlichen Provinz Dair as-Zor gegeben.

Forderungen nach Assads Absetzung

Auf von Aktivisten im Internet veröffentlichten Videos waren Proteste in der südlichen Provinz Daraa zu sehen, bei denen Demonstranten Slogans gegen Assad riefen und seine Absetzung forderten. Im ganzen Land sei es nach den Freitagsgebeten zu grossen Protestkundgebungen gekommen, hiess es.

Seit Beginn der Protestbewegung flohen nach UNO-Angaben knapp 3600 Menschen in den Libanon. Allein in der ersten Septemberwoche seien mehr als 600 Syrer in den Libanon geflohen, teilte das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) mit.Nach UNO-Schätzungen sind in Syrien seit Beginn der Proteste rund 2600 Menschen getötet worden.

sda/dapd/wid

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