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Steinmeier ist Kanzlerkandidat der SPD

Die deutsche SPD hat Frank-Walter Steinmeier mit grosser Mehrheit zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009 gewählt.

Die deutschen Sozialdemokraten setzen mit einem neuen Führungs-Duo auf einen Sieg bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr. Sie wählten Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zu ihrem Kanzlerkandidaten, Franz Müntefering zum SPD-Parteichef. Steinmeier wurde bei dem Sonder-Parteitag in Berlin mit 95,13 Prozent der Stimmen zum Anwärter auf das Amt des Regierungschefs gekürt. Für Müntefering als neuem Vorsitzenden stimmten 85 Prozent der Delegierten.

«Wir wollen die Bundestagswahl gewinnen»

Steinmeier wie Müntefering riefen die SPD mit Blick auf die Wahl zur Geschlossenheit auf. «Weg mit dem Kleinmut, zeigt Zuversicht und zeigt Selbstbewusstsein», rief der Aussenminister den über 500 Delegierten zu. «Ärmel hochgekrempelt», sagte Müntefering. «Wir wollen die Bundestagswahl gewinnen.»

Beide hoben hervor, dass die SPD mit ihrer Politik gerade angesichts der Krise des Finanzmarktes auf der Höhe der Zeit sei. Steinmeier sagte: «Die Herrschaft einer marktradikalen Ideologie, beginnend mit Margaret Thatcher und Ronald Reagan, ist mit einem lauten Knall zu Ende gegangen.» Er wolle als Kanzler dafür sorgen, «dass das Verhältnis von Politik und Wirtschaft wieder ins rechte Lot kommt».

CDU attackiert: Zickzack-Kurs

Scharf attackierte Steinmeier die Wirtschafts-Experten und Banker, die sich als «Herren des Universums» aufgespielt hätten. Die dramatischen Folgen müssten nun andere ausbaden. «Das ist das, was uns so wütend macht - und mit uns die Mehrheit der Menschen in diesem Land», sagte der 52-Jährige. Der Sozialdemokrat warf den Unions-Parteien, mit denen die SPD derzeit in einer grossen Koalition regiert, einen Zickzack-Kurs vor. Die «Wendehälse» seien wieder da. «Da ist viel Taktik, aber kein Kompass bei dieser Union!»

Auch Müntefering, der schon von 2004 bis 2005 die SPD geführt hatte, warf den Unions-Parteien und CDU-Kanzlerin Angela Merkel Beliebigkeit vor. Die Sozialdemokratie habe dagegen ein Angebot, mit dem keine andere Partei konkurrieren könne. «Die Zeit ist reif», sagte der 68-Jährige. Die SPD habe die Antworten auf die Fragen der Menschen.

«Partei kann sich wieder sammeln»

Steinmeier und Müntefering bekannten sich zur Reformpolitik der vergangenen Jahre, aber auch zu deren Fortentwicklung. «Wir haben das Land modernisiert und neu aufgestellt», betonte der Kanzlerkandidat.

Er wisse um die Wunden, die es bei der Durchsetzung dieser Politik in der SPD gegeben habe. Jetzt könne sich die Partei aber wieder sammeln. Das sei auch das Verdienst des scheidenden Parteichefs Kurt Beck.

Beck war überraschend am 7. September als SPD-Vorsitzender zurückgetreten. Vorangegangen war eine längere Führungskrise. Zum Sonder-Parteitag war er nicht gekommen

sda/ap/vin

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