Strache für «No Way»-Flüchtlingspolitik in Österreich

Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat sich für Asylzentren ausserhalb der EU ausgesprochen.

Salvini habe ihm versichert, dass so nicht gesagt zu haben: Strache an einer Pressekonferenz in Rom am 20. Juni 2018.

Salvini habe ihm versichert, dass so nicht gesagt zu haben: Strache an einer Pressekonferenz in Rom am 20. Juni 2018.

(Bild: Keystone Giuseppe Lami)

Der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache spricht sich für Asylzentren ausserhalb der EU aus. «Wir wollen klar kommunizieren, dass niemand den Weg illegal nach Europa sucht,» sagte Strache am Mittwoch.

In Europa könne dann kein Asylantrag gestellt werden, ähnlich wie Australien eine «No Way»-Politik« habe, sagte er am Mittwoch im österreichischen Fernsehen.

Nur in den Flüchtlingszentren solle dann ein Asylantrag möglich sein. Eine Verteilung auf Europa lehnt Strache allerdings weiterhin ab. Diskussionen über die Flüchtlingsverteilung seien der «falsche Ansatz», sagte Strache.

Wohin die Asylberechtigten dann kommen sollen, ist noch fraglich. »Das muss man in einem Gesamtproblem bewerten«, sagte der FPÖ-Chef. Viele Fragen seien rund um die Asylzentren noch offen: Auch die Frage sei «nicht geklärt, ob dort ein Asylantrag für Europa möglich sein soll, es kann ja ein Asylantrag am afrikanischen Kontinent möglich werden».

Jedenfalls sei es «auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten, dass Menschen aus allen Kontinenten dieser Welt nach Europa aufbrechen. Das wird nicht funktionieren».

Stärkung der EU-Aussengrenzen

Der FPÖ-Chef unterstrich die Bedeutung einer effizienten Sicherung der EU-Aussengrenzen, Stärkung der EU-Grenzschutzagentur Frontex und die Bekämpfung des «tödlichen Geschäfts der Schleppermafia», um illegale Migration zu verhindern.

Strache räumte angesprochen auf die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Meinungsverschiedenheiten ein. Die bayerische Landesregierung habe dagegen eine ähnliche Problembeurteilung wie Österreich, sagte Strache, der bereits zuvor Sympathien für den CSU-Standpunkt zur Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze gezeigt hatte.

Auch wenn Salvini erklärt hatte, von Deutschland keine Asylwerber zurückzunehmen, hat der italienische Vizepremier laut Strache «vollstes Verständnis für jeden Innenminister», der dafür sorge, «dass der Rechtsstaat gegenüber der eigenen Bevölkerung sicherzustellen ist. Genauso auch, wenn wir dann die Konsequenzen ableiten, unsere Grenzen auch entsprechend zu sichern, genauso hat Salvini das vor - im Rahmen der Aussengrenzsicherung, wenn's um italienische Grenzen geht.»

Umstrittene Roma-Äusserungen

Zu den umstrittenen Roma-Äusserungen Salvinis sagte Strache in der online verfügbaren Langversion des Interviews: «Ich selbst würde so etwas nicht sagen, er hat mir heute versichert, dass er es nicht so gesagt hat.»

Salvini hatte in einem Interview mit dem TV-Kanal «Telelombardia» am Montag eine Zählung der in Italien lebenden Roma angekündigt. «Wir wollen ein Bild von der Situation haben.»

Illegal in Italien lebende Ausländer sollen dank Abkommen mit den Herkunftsländern abgeschoben werden. Italienische Roma müssen wir leider hier bei uns behalten», sagte der Chef der rechten Lega demnach.

sep/sda

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