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Timoschenko fordert Nato-Beitritt der Ukraine

Die Ukraine muss sich vor russischer Aggression schützen. Dieser Meinung ist Präsidentschaftskandidatin Julija Timoschenko. Sie ist deshalb überzeugt: Die Ukrainer sind für einen Nato-Beitritt.

Begrüsst die G-7-Sanktionen gegen Russland: Julija Timoschenko im Gespräch mit der AP. (26. April 2014)
Begrüsst die G-7-Sanktionen gegen Russland: Julija Timoschenko im Gespräch mit der AP. (26. April 2014)
Keystone

Die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julija Timoschenko plädiert für einen Nato-Beitritt ihres Landes. Dies sei nötig, um die Ukraine vor russischer Aggression zu schützen, sagte die ehemalige Ministerpräsidentin in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Früher habe nur eine Minderheit des ukrainischen Volks einen Beitritt zum westlichen Militärbündnis befürwortet, doch das aggressive Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin habe dies von Grund auf geändert, sagte Timoschenko. «Mit seinem Krieg gegen uns hat Putin die Mentalität der Ukrainer verändert und uns in eine andere strategische Richtung gewendet», sagte Timoschenko. «In diesem Fall ist die Nato die beste Wahl für die Ukraine.»

Rotes Tuch für Moskau

Eine Nato-Mitgliedschaft gilt als rotes Tuch für Russland, das sich vehement für eine neutrale Position des Nachbarlandes einsetzt. Bislang hatte sich Timoschenko auch nicht öffentlich für eine Nato-Mitgliedschaft ausgesprochen. Angesichts der Einnahme von Polizeistellen und Regierungsgebäuden durch prorussische Milizen im Osten der Ukraine haben sie und andere ukrainische Politiker jedoch ihre Rhetorik verschärft.

Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hatte Putin am Freitag sogar unterstellt, er wolle einen «Dritten Weltkrieg beginnen». Timoschenko schloss sich dem aber nicht an. «Ich glaube nicht, dass er einen Dritten Weltkrieg anfängt», sagte sie. «Ich glaube nur, dass er die Welt erpresst, weil er versteht, dass die Welt einen Dritten Weltkrieg nicht zulässt. Und unter dieser Tarnung verfolgt er seine gesetzlosen und aggressiven Taten.»

Timoschenko begrüsst Sanktionen

Die Ankündigung neuer Sanktionen gegen Russland begrüsste Timoschenko. Sie hoffe, dass diese «so kraftvoll sein werden, dass Putin seine Aggression stoppt und auf das Territorium seines eigenen Landes zurückkehrt». In der Nacht zum Samstag hatten die G7-Länder gemeinsam weitere Strafmassnahmen gegen Russland angekündigt, als Reaktion auf russisches Handeln in der Ukraine, wie es hiess.

Timoschenko kandidiert bei der Präsidentschaftswahl am 25. Mai, liegt aber in den Umfragen zurück. Die 53-jährige war nach der Orangenen Revolution von Kiew 2004 Ministerpräsidentin. Später liess ihr Präsident Viktor Janukowitsch den Prozess machen. Sie verbrachte zweieinhalb Jahre in Haft, bevor sie nach dem Umsturz in Kiew im Februar wieder freigelassen wurde.

SDA/kpn

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