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Waren Rechtsradikale in das Massaker von München involviert?

Laut einem Bericht des «Spiegels» sollen die palästinensischen Terroristen beim Olympia-Massaker von 1972 nicht allein gehandelt haben. Polizeiberichte sprechen von einer Mittäterschaft von Neonazis.

Terror an den Olympischen Spielen: Am 5. September 1972 nehmen palästinensische Terroristen neun israelische Sportler als Geiseln. Im Bild: Ein Terrorist zeigt sich auf dem Balkon.
Terror an den Olympischen Spielen: Am 5. September 1972 nehmen palästinensische Terroristen neun israelische Sportler als Geiseln. Im Bild: Ein Terrorist zeigt sich auf dem Balkon.
Keystone
Die Verhandlungen dauern mehrere Tage: Ein Helikopter der deutschen Grenzpolizei landet im olympischen Dorf in München. (7. September 1972)
Die Verhandlungen dauern mehrere Tage: Ein Helikopter der deutschen Grenzpolizei landet im olympischen Dorf in München. (7. September 1972)
Keystone
Die Geiselnahme endet blutig: Ein arabischer Terrorist (rechts) verhandelt mit Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (3. von links). (5. September 1972)
Die Geiselnahme endet blutig: Ein arabischer Terrorist (rechts) verhandelt mit Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (3. von links). (5. September 1972)
Keystone
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Palästinensische Terroristen der Gruppe Schwarzer September nahmen am 5. September 1972 im olympischen Dorf in München neun israelische Sportler als Geiseln, um die Freilassung von palästinensischen Gefangenen zu erzwingen. Bei der anschliessenden Befreiungsaktion ermordeten die Terroristen alle Geiseln und einen Polizisten. In den für Deutschland einmaligen Terrorakt sollen auch Neonazis involviert gewesen sein, wie der «Spiegel» schreibt (Artikel online nicht verfügbar).

Dies gehe aus einem Polizeibericht hervor, den das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Antrag des «Spiegels» jüngst freigegeben hat. Darin ist die Festnahme von zwei deutschen Neonazis in München Ende Oktober 1972 vermerkt. Die beiden Männer waren bei der Verhaftung schwer bewaffnet, unter anderem stellte die Polizei drei Schnellfeuergewehre, zwei Pistolen, einen Revolver und sechs Handgranaten sicher. Weitere Waffen trugen die Männer auf sich.

Drohbrief an Richter

Angeblich wollten die beiden Rechtsradikalen mit den Waffen einen Gesinnungsgenossen befreien, doch die Ermittler schenkten dieser Version keinen Glauben. Denn bei den Verhafteten fanden die Polizisten auch einen Drohbrief, welcher an den Richter adressiert war, der mit der Aufklärung des Münchner Terrorakts beauftragt war.

Im Schlussbericht der Münchner Kriminalpolizei heisst es: «Dass die sichergestellten Waffen Typenmerkmale aufweisen wie die von den Terroristen verwendeten Waffen, darf als zusätzliches Indiz für den Zusammenhang der Straftaten der Rechtsradikalen mit dem Anschlag auf das olympische Dorf gewertet werden.»

Verfassungsschutz hatte Kenntnis von Verbindungen

Die neuesten Enthüllungen sind laut dem «Spiegel» deshalb so brisant, weil viele Experten stets davon ausgingen, dass Linksextreme mit dem Schwarzen September in Verbindung standen. So habe es Indizien für entsprechende Kooperationen gegeben, unter anderem mit der deutschen Terrorgruppe RAF. Den vom Verfassungsschutz freigegebenen Unterlagen zufolge müsse man diese Anschuldigungen aber als Legenden betrachten.

Brisant: In den Berichten ist auch zu lesen, dass der Verfassungsschutz bereits vor dem Massaker Kenntnis von konspirativen Tätigkeiten zwischen einem der Rechtsextremen und den palästinensischen Terroristen hatte. «Wäre der Anschlag zu verhindern gewesen?», fragt der «Spiegel».

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