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Weg aus Kosovo, einfach nur weg!

30'000 Kosovaren sollen ihr Land in den letzten zwei Monaten fluchtartig verlassen haben. Die Gründe, die Helfer – und das Ziel der Verzweifelten.

Gedränge am Busbahnhof in Pristina: Bis zu zehn Busse pro Tag verlassen Kosovos Hauptstadt mit Wirtschaftsflüchtlingen. (Quelle: Jeton Sopa/Youtube)

Es sind dramatische Szenen, die sich jeden Abend auf dem Busbahnhof der kosovarischen Hauptstadt Pristina abspielen. Weinende Kinder, erschöpfte Mütter, junge Männer, die sich rücksichtslos nach vorne drängen – sie alle wollen einen Platz in einem der Busse ergattern, die nach Belgrad fahren. Täglich steuern fast zehn vollgepferchte Reisecars die serbische Hauptstadt an. Dort werden die Kosovo-Albaner vor den Augen der serbischen Polizei von Schlepperbanden in Empfang genommen und bis zur ungarischen Grenze gebracht. Wer nicht sofort über die grüne Grenze ins EU-Land Ungarn flüchten kann, wird vorübergehend in Ferienunterkünften am Palic-See in der nordserbischen Provinz Vojvodina untergebracht. Mehrere Motels und Villen sind laut Angaben kosovarischer Medien von Schleppern gemietet worden. Für die Menschenhändler auf dem Balkan sind wieder goldene Zeiten angebrochen: Das Netzwerk besteht aus Busunternehmen, Reiseagenturen, korrupten Grenzpolizisten und Unterweltbossen.

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