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Wer alles den deutschen Bundespräsidenten wählt

In Deutschland wird morgen der neue Bundespräsident gewählt. Durch die Bundesversammlung, in der auch einige illustre Figuren Einsitz nehmen werden.

Besuchten heute Morgen gemeinsam einen Gottesdienst: Joachim Gauck (l.) und Christian Wulff, der von seiner Tochter Annalena begleitet wurde.
Besuchten heute Morgen gemeinsam einen Gottesdienst: Joachim Gauck (l.) und Christian Wulff, der von seiner Tochter Annalena begleitet wurde.
Reuters
Wählt als Delegierte: Schauspielerin Nina Hoss.
Wählt als Delegierte: Schauspielerin Nina Hoss.
Reuters
Liedermacher Frank Rennicke ist Kandidat der rechtsextremen NDP.
Liedermacher Frank Rennicke ist Kandidat der rechtsextremen NDP.
Reuters
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In Deutschland wählt die Bundesversammlung – und nicht das Volk – am Mittwoch einen neuen Bundespräsidenten. Diese wird eigens zu diesem Zweck vom Bundestagspräsidenten einberufen. Normalerweise tritt sie alle fünf Jahre zusammen. Der Bundesversammlung gehören alle 622 Mitglieder des Bundestages an. Hinzu kommt eine gleiche Anzahl von Delegierten, die von den Landesparlamenten entsandt werden. Wie viele Wahlleute die einzelnen Länder schicken, hängt von ihrer Einwohnerzahl ab.

Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland stellt mit 133 Delegierten das grösste Kontingent, Bremen mit fünf das kleinste. CDU/CSU und FDP schicken in die für den 30. Juni einberufene Bundesversammlung 646 Wahlleute. Für einen Sieg im ersten Durchgang sind mindestens 623 Stimmen nötig. Die Koalition verfügt also rein rechnerisch über eine komfortable Mehrheit von 23 Stimmen, um ihren Kandidaten Christian Wulff durchzubringen.

Auch Prominente

Neben Landtagsmitgliedern werden von den Ländern regelmässig auch Prominente entsandt. In diesem Jahr werden unter den Wahlleuten die Schauspielerin Nina Hoss, die Sänger Konstantin Wecker und Sebastian Krumbiegel und Olympiasieger Georg Hettich sitzen.

Angesichts der politischen Bedeutung der Wahl sind vor allem CDU/ CSU und FDP bei der Nominierung von Promis allerdings vorsichtig geworden. Denn für die Bundesversammlung werden die Delegierten zwar von den Parteien ausgewählt, dürfen dann aber frei entscheiden.

Vorschläge bis zum Wahltag einreichen

Gewählt wird im Reichstag ohne vorherige Aussprache mit verdeckten Stimmzetteln. In den ersten beiden Wahlgängen muss ein Kandidat eine absolute Mehrheit erreichen, um gewählt zu sein. Diese liegt bei 623 Stimmen. Im dritten Wahlgang reicht eine einfache Mehrheit.

Ab dem zweiten Wahlgang können auch neue Kandidatenvorschläge eingereicht werden. Drei Wahlgänge waren bislang nur 1969 und 1994 erforderlich. Jedes Mitglied der Bundesversammlung kann Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen, und zwar bis zum Wahltag 30. Juni.

Vier Kandidaten

Bislang gibt es vier Vorschläge: CDU/CSU und FDP schicken den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, SPD und Grüne den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, die Linkspartei die TV-Journalistin Lukrezia Jochimsen und die rechtsextreme NPD den Liedermacher Frank Rennicke ins Rennen.

Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestag besitzt und das 40. Lebensjahr vollendet hat.

SDA/sam

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