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Wieder gehen in Chemnitz Tausende auf die Strasse

Am Freitagabend haben sich rund 3500 Menschen in der Innenstadt zu neuen Demonstrationen versammelt. Schlagzeilen machte auch ein neuer, offenbar fremdenfeindlicher Angriff.

Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammeln sich vor dem Karl-Marx-Monument. (14. September 2018) Bild: Keystone
Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammeln sich vor dem Karl-Marx-Monument. (14. September 2018) Bild: Keystone

In Chemnitz sind am Freitagabend erneut tausende Demonstranten auf die Strasse gegangen. Rund 3500 Menschen versammelten sich in der Innenstadt, wie die Polizei mitteilte. Sie folgten einem Protestaufruf der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz. Die Kundgebung und der anschliessende Aufzug verliefen nach Angaben der Polizei störungsfrei, allerdings seien 18 Straftaten angezeigt worden.

Ein Demonstrant habe einen Hakenkreuz-Anhänger getragen, ein anderer soll den Hitlergruss gezeigt haben. Bei anderen Teilnehmern der Kundgebung wurden demnach Quarzhandschuhe gefunden. Nach der Demonstration kam es laut Polizei zu einer Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten. Ein Mensch sei dabei verletzt worden. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.

In Chemnitz war Ende August ein junger Mann erstochen worden. Die Tatverdächtigen stammen mutmasslich aus Syrien und dem Irak. Das Tötungsdelikt zog zahlreiche Demonstrationen auch rechter Gruppen in der Stadt nach sich, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten.

Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Tunesier

Nach einem offenbar fremdenfeindlichen Angriff auf einen Tunesier am Mittwochabend hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Zeugen zufolge sollen vier Männer auf den am Boden liegenden 41-Jährigen eingeschlagen und ihn verletzt haben, wie die Polizei Chemnitz am Freitag mitteilte. Zudem sollen sie fremdenfeindliche Äusserungen von sich gegeben haben.

Anschliessend seien die mutmasslichen Täter, von denen zunächst nur vage Personenbeschreibungen vorlagen, rasch vom Tatort verschwunden. Das Staatsschutzdezernat der Kriminalpolizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung auf. Unklar war zunächst, was dem Angriff vorausgegangen war.

Zudem prüfen die Ermittler mögliche Zusammenhänge mit einer gefährlichen Körperverletzung vom 1. September, bei der ein 20-jähriger Afghane von vier Vermummten geschlagen und verletzt wurde. Am selben Abend fand in Chemnitz eine Grossveranstaltung von AfD, Pegida, der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz und weiteren rechten Gruppierungen mit tausenden Teilnehmern statt.

(SDA)

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