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Zank um angebliche Euro-Drohung von Sarkozy

Im Streit um das Rettungspaket für Griechenland soll Frankreichs Präsident Sarkozy Bundeskanzlerin Merkel massiv unter Druck gesetzt haben. Die Bundesregierung dementiert.

Zerstritten wegen der Währung: Sarkozy und Merkel bei einer Euro-Konferenz am 7. Mai in Brüssel.
Zerstritten wegen der Währung: Sarkozy und Merkel bei einer Euro-Konferenz am 7. Mai in Brüssel.
Reuters

Beim Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone in Brüssel habe «Sarkozy mit der Faust auf den Tisch geschlagen und gedroht, sich aus dem Euro zurückzuziehen». Dies berichtete die spanische Zeitung «El Pais» am Freitag unter Berufung auf Vertreter der regierenden Sozialisten, die Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero wiedergaben. Damit habe der französische Staatschef die zögernde Merkel unter Druck gesetzt, dem Hilfspaket zuzustimmen.

Die Bundesregierung weist allerdings weist zurück, dass das Treffen so ablief wie von «El País» geschildert. «Das entbehrt jeder Grundlage», sagte Merkels Vize-Regierungssprecherin Sabine Heimbach laut Medienberichten, die sich auf die Nachrichtenagentur Reuters beziehen, «ein solcher Satz ist nicht gefallen.»

Streit um Milliarden für Notkredite

Die Euro-Länder hatten sich am vergangenen Wochenende darauf verständigt, dem vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis zu 110 Milliarden Euro an Notkrediten zur Verfügung zu stellen. Mehrere Delegationen der Euroländer hatten schon am Freitagabend bei dem Brüsseler Gipfel von einem harten Schlagabtausch zwischen Sarkozy und Merkel berichtet.

Spanien vor weiteren Sparübungen

Spanien ist zusammen mit Portugal eines der Länder, die wegen der Verschuldungskrise in der Eurozone als gefährdet gelten. Unter dem Druck der Finanzmärkte hatte Zapatero am Mittwoch weitere Sparmassnahmen ankündigen müssen. Laut «El País» benutzt der Regierungschef seit einigen Tagen eine dramatische Rhethorik vor den Mitgliedern seiner Partei, um sie zur Unterstützung der unpopulären Einschnitte zu bringen.

Der aus Frankreich stammende Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, forderte Deutschland unterdessen auf, sich für eine stärkere Überwachung der Staatsfinanzen der Euroländer einzusetzen. «Deutschland ist die grösste Volkswirtschaft im Euro-Raum und ein Land mit der Tradition gesunder Staatsfinanzen», sagte Trichet laut der Freitagsausgabe dem «Handelsblatt», «ich zähle auf die aktive Rolle aller Länder, inklusive Deutschlands, die Funktion der Überwachung einzuführen.»

AFP/raa

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