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Zehn Stunden Antisemitismus

Der israelische Journalist Zvika Klein ging zehn Stunden mit einer Kippa auf dem Kopf durch Paris. Dabei entstand ein Video, das die Debatte um Antisemitismus befeuern dürfte.

Letzten Herbst sorgte die Amerikanerin Shoshana Roberts mit einem Youtube-Video für Gesprächsstoff: Diese zeigte, wie oft Roberts innerhalb eines Tages auf den Strassen von New York belästigt wurde. Fast 40 Millionen Mal wurde der Clip seither angeklickt. Der israelische Journalist Zvika Klein hat das Konzept nun aufgegriffen. Nach eigener Angabe ging er während zehn Stunden mit einer Kippa auf dem Kopf durch Paris. Das Video zeigt, wie der Journalist mehrfach beleidigt wird. Zwei Personen spucken aus, als Klein an ihnen vorbeigeht; ein Bub ruft ihm «Es lebe Palästina!» hinterher.

Wie «Spiegel online» berichtet, gehört das Nachrichtenportal NRG.co.il, für welches Klein arbeitet, dem US-Milliardär Sheldon Adelson. Der 81-Jährige ist Freund und Geldgeber des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Adelsons Medien sind dafür bekannt, dass sie Netanyahus politischen Kurs stützen.

Hollande: Juden sollen in Frankreich bleiben

Kleins Video wurden innerhalb von zwei Tagen über eine Million Mal angeklickt. Es platzt mitten in eine angeheizte Debatte um Judenhass in Frankreich. Erst am Wochenende waren in Sarre-Union im Osten des Landes 250 jüdische Gräber geschändet worden. Dort richtete sich heute auch Frankreichs Präsident François Hollande an die Bevölkerung: Sowohl gegen Juden wie auch gegen Muslime seien immer mehr Übergriffe im Land zu verzeichnen, insbesondere nach den Anschlägen von Paris. «Die Zunahme von Übergriffen bedroht das Fundament des französischen Staates.»

Hollande rief die französischen Juden dazu auf, im Land zu bleiben und nicht der Aufforderung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zu folgen, der die europäischen Juden zu einer Massenauswanderung aufgerufen hatte.

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