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Zehntausende demonstrieren für zweites Brexit-Referendum

Während der Debatte im britischen Parlament hat sich vor dem Gebäude in London ein Meer aus blauen EU-Flaggen gebildet.

Zehntausende Menschen haben am Samstag in London in einem Meer aus blauen EU-Flaggen für ein zweites Brexit-Referendum demonstriert. Die Demonstranten zogen ab dem späten Vormittag vor das britische Parlamentsgebäude im Bezirk Westminster.

Dort wurde zum gleichen Zeitpunkt eine Sondersitzung des britischen Unterhauses abgehalten wurde, um über das neue Brexit-Abkommen abzustimmen. An dem Protestzug nahmen unter anderem Oppositionspolitiker sowie der Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, teil.

Der Demonstrationszug wird begleitet von zwei Karikaturen: Eine des britischen Premiers (rechts), die andere seines Chefberaters Dominic Cummings. (Keystone/Jacob King)
Der Demonstrationszug wird begleitet von zwei Karikaturen: Eine des britischen Premiers (rechts), die andere seines Chefberaters Dominic Cummings. (Keystone/Jacob King)

Über 170 Wagen waren speziell für die Demonstration angemietet worden. Für den Nachmittag waren Reden von Politikern geplant, darunter Abgeordnete der Labour-Partei sowie der Liberaldemokraten. Die Organisatoren von der Kampagne «People's Vote» (Volksabstimmung) wollen ein zweites Brexit-Referendum erreichen - mit der Option, den Brexit ganz abzusagen.

Derweil debattierte das britische Unterhaus in einer historischen Sondersitzung über das neue Brexit-Abkommen von Premierminister Boris Johnson. Die EU und Grossbritannien hatten sich am Donnerstag auf ein neues Brexit-Abkommen geeinigt und die hochumstrittene Frage des Status der britischen Provinz Nordirland geklärt.

Johnson will das Parlament nun über die Vereinbarung abstimmen lassen. Der Ausgang der Abstimmung ist ungewiss. Johnson will den EU-Austritt unter allen Umständen bis zum 31. Oktober durchziehen - notfalls auch ohne Abkommen.

SDA/sep

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