Zum Hauptinhalt springen

Zehntausende protestieren gegen Jihadisten

Erst versammelten sich in Düsseldorf 10'000 Menschen, um gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu demonstrieren. Inzwischen sind es über doppelt so viele – und es werden immer mehr.

Rufen zu Solidarität mit den Kurden im Irak und in Syrien auf: Demonstranten an der Kundgebung in Düsseldorf. (11. Oktober 2014)

In Düsseldorf haben mehr als 20'000 Menschen gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) demonstriert. Zu Beginn der Veranstaltung hätten sich 10'000 bis 12'000 Menschen versammelt und während ihres Zugs Richtung Innenstadt «sehr starken Zulauf» erhalten, sagte ein Polizeisprecher.

Inzwischen gebe es rund 21'000 Teilnehmer und die Zahlen stiegen weiter. Die Kundgebung, die noch bis zum Abend dauern sollte, verlaufe bislang friedlich. Die Beamten hätten lediglich in einigen Fällen das Schwenken von Fahnen mit «verbotener Symbolik» unterbunden.

Zu der Veranstaltung hatten verschiedene Kurdenverbände aufgerufen. Sie wollen insbesondere auf die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobani aufmerksam machen. Dort kämpfen kurdische Milizen gegen IS-Anhänger, die die Stadt einnehmen wollen.

Wegen der Lage in der Stadt hatten Kurden in Deutschland bereits in den vergangenen Tagen mehrmals Kundgebungen organisiert und mehr Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten gefordert. Bei den Demonstrationen kam es teilweise zu Zusammenstössen mit radikalislamischen Salafisten.

Proteste in der Türkei ebben ab

In der Türkei selber ebben die prokurdischen Proteste langsam ab. In der Nacht zum Samstag marschierten nur noch kleinere Gruppen durch die Kurdenmetropole Diyarbakir, um einen Militäreinsatz gegen die IS zu fordern, wie ein AFP-Reporter berichtete. Aus Istanbul wurden kleinere Zusammenstösse gemeldet, dort gab es Medien zufolge auch einige Festnahmen.

Seit den ersten Protesten am Montag waren bei Zusammenstössen von Kurden und Anhängern islamistischer oder nationalistischer Bewegungen mehr als 30 Menschen getötet worden. 360 Menschen wurden nach Regierungsangaben verletzt.

Der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK), Abdullah Öcalan, hatte vor einem Abbruch der Friedensgespräche mit der Regierung gewarnt, sollte Kobani an die IS-Jihadisten fallen.

SDA/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch