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Frustrierter Iraner fordert seine Abschiebung

Arash Aria geht zur Polizei, stellt sich und sagt: «Ich bin seit zehn Jahren illegal in Manchester – weist mich aus.»

Die Verwirrung bei den Beamten war perfekt: Britische Polizisten in Uniform.
Die Verwirrung bei den Beamten war perfekt: Britische Polizisten in Uniform.
Kirsty Wigglesworth, Keystone

Während andere Menschen alles tun, um aus Kriegsgebieten zu flüchten, bittet der Iraner Arash Aria auf einem Polizeipräsidium um seine Ausschaffung in den Iran. Das berichtet die englische Zeitung «The Telegraph». Einem verdutzten Beamten erklärt Aria: «Die Grobheit und Gewalt in Manchester ertrage ich einfach nicht mehr.»

Der junge Mann sei aufgebracht und wütend in die Polizeiwache gestürmt, schildert ein Polizist. Er habe geschrien und erzählt, dass er für zehn Jahre illegal in Manchester lebe und jetzt zurück in seine Heimatstadt Shiraz gehen werde. Immer wieder habe er betont, wie sehr er diese Stadt hasse. «Mr. Aria hat nicht betrunken ausgesehen und auch nicht nach Alkohol gerochen, er war einfach sehr aufgebracht», sagt der Polizist zum «Telegraph». Irgendwann habe sich der Beamte nicht mehr zu helfen gewusst und Verstärkung angefordert. «Er war einfach nicht zu beruhigen, also mussten wir ihn festnehmen und in eine Zelle stecken.»

Nach Überprüfung der Daten staunten die Polizisten nicht schlecht, denn der Iraner war schon lange nicht mehr ein illegaler Einwanderer – Aria besitzt eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung in Manchester.

«Ich will etwas Grosses schaffen – jemand sein»

Er habe immer versucht, freundlich zu sein, aber die Menschen in Manchester hätten ihn nie wirklich willkommen geheissen, klagt Aria. Sie hätten ihn gemustert, ihn belächelt und das nur, weil er ein Ausländer sei. «Ich habe diese Umstände ignoriert, aber es geht nicht mehr. Ich erhalte hier nicht den nötigen Respekt, den ich verdiene», erzählt er weiter. Früher habe er als Barkeeper arbeiten können, heute gebe ihm niemand mehr einen Job. Er werde hier zwar finanziell vom Staat unterstützt, aber das wolle er gar nicht, sagt er. «Ich will einen Job und Geld sparen, etwas Grosses schaffen – ich will jemand sein.» Er werde zu seiner Familie zurück in den Iran gehen.

Grosses Verständnis für den Iraner gibt es online. Die Tweets werden unzählige Male geteilt und kommentiert. Viele User können sich in die Situation des Iraners hineinversetzen. Die meisten von ihnen hätten diese Ablehnung in England gegen Ausländer auch schon am eigenen Leibe erfahren, heisst es etwa. Ein User schreibt: «Zehn Jahre in Manchester ausgehalten? Abschiebung hin oder her, gebt diesem Mann eine Medaille.»

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