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Angriff in Gaza belastet Türkei-Israel-Beziehung

Die Annäherung zwischen Israel und der Türkei wird durch neue Konflikte im Gazastreifen getrübt. Die Regierung in Ankara kritisierte das Vorgehen der israelischen Armee.

Stadt in der Krisenregion: Beit Hanoun im Gazastreifen. (22. August 2016)
Stadt in der Krisenregion: Beit Hanoun im Gazastreifen. (22. August 2016)
Atef Safadi/EPA, Keystone

Kurz nach der vorsichtigen Wiederannäherung zwischen Israel und der Türkei gibt es in den Beziehungen der beiden Länder neuen Ärger: Die Regierung in Ankara verurteilte am Montag Angriffe der israelischen Armee auf Ziele im Gazastreifen als «nicht hinnehmbar».

«Wir verurteilen diese unverhältnismässigen Attacken auf das Schärfste», erklärte das türkische Aussenministerium. Durch den Beschuss seien «unschuldige Zivilisten» verletzt worden.

Israel kontert

Das israelische Aussenministerium konterte: «Die Normalisierung der Beziehungen zur Türkei bedeuten nicht, dass wir zu solchen unbegründeten Verurteilungen schweigen.» Die israelische Regierung werde weiterhin «seine Zivilisten gegen Raketenangriffe auf unserem Territorium verteidigen».

Rakete abgeschossen

Am Sonntag war aus dem von Israel blockierten Gazastreifen, der intern von der radikalislamischen Hamas regiert wird, eine Rakete abgeschossen worden und zwischen zwei Gebäuden in der israelischen Stadt Sderot eingeschlagen, ohne Schäden anzurichten.

Als Reaktion beschoss die israelische Armee nach eigenen Angaben zwei Posten der radikalislamischen Hamas im Norden des Gazastreifens aus der Luft und mit Panzern. Dabei seien vier Menschen verletzt worden.

Beziehungen normalisiert

Die Türkei ist ein traditioneller Unterstützer der Hamas. Ende Juni hatte die Türkei allerdings nach einer sechsjährigen Eiszeit ihre Beziehungen zu Israel normalisiert. Beide Länder legten den Streit um den israelischen Angriff auf einen türkischen Hilfskonvoi für den abgeriegelten Gazastreifen bei, bei dem 2010 zehn Türken getötet worden waren.

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu soll Israel der Türkei 20 Millionen Dollar als Entschädigung für den Angriff zahlen. Zudem sieht die Vereinbarung Straffreiheit für die Beteiligten an dem Vorfall vor. Nach Inkrafttreten des Abkommens sollen beide Länder mit dem Austausch von Botschaftern die Normalisierung ihrer Beziehungen abschliessen.

SDA/chi

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