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Besuch im Labor für den perfekten Überwachungsstaat

Im Westen Chinas reicht schon Chatten oder Beten, um im Lager zu landen. Für die muslimischen Minderheiten wird das Leben zur Hölle.

Harald Maass, Das Magazin
Bis zu eine Million Menschen sind in Umerziehungslager interniert: Ein Lager in Xinjiang. Foto: Reuters
Bis zu eine Million Menschen sind in Umerziehungslager interniert: Ein Lager in Xinjiang. Foto: Reuters

Mit einem Wink deutet der chinesische Grenzpolizist auf das Förderband. Mit erhobenen Händen muss ich mich auf das schmale Band stellen, das mich langsam durch eine grosse, graue Maschine zieht. Ein Brummen ertönt, während die Elektronik mich von Kopf bis Fuss durchleuchtet. Gleich werden die Beamten mein Gepäck durchwühlen. Die privaten Fotos und Nachrichten auf meinem Handy begutachten, Dokumente auf meinem Computer öffnen. Meine Fingerabdrücke scannen, mein Gesicht fotografieren. Und sie werden Fragen stellen: Warum ich einreisen will? Was mein Beruf ist? Ob ich Freunde oder Bekannte habe, die ich besuchen werde? Eine halbe Stunde dauert das Verhör. Dann stehe ich im gleissenden Sonnenlicht auf der Strasse.

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