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Bombenserie erschüttert Bagdad

In der irakischen Hauptstadt kam es zu mehreren Explosionen. Über zwei Dutzend Personen wurden getötet.

Schon vor zwei Tagen gingen Bomben hoch: Zerstörtes Auto in Bagdad. (16. Oktober 2014)
Schon vor zwei Tagen gingen Bomben hoch: Zerstörtes Auto in Bagdad. (16. Oktober 2014)
Reuters

Bei mehreren Autobombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Freitagabend mindestens 28 Menschen getötet worden. 53 weitere wurden bei den drei Attacken verletzt. Die grösste Opferzahl verursachte eine Autobombe, die nach Einbruch der Dunkelheit nahe einem Café in dem östlichen Stadtteil Baladijat explodierte. Dabei kamen nach Polizeiangaben 14 Menschen ums Leben, 27 wurden verletzt.

Zuvor hatte ein weiterer Autobombenanschlag in einer Geschäftsstrasse im Norden Bagdads sieben Menschen in den Tod gerissen und 13 weitere verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ebenso viele Tote und Verletzte gab es, als fast zeitgleich ein weiterer in einem Fahrzeug versteckter Sprengsatz in der Nähe von Spirituosenläden im Zentrum der Hauptstadt in die Luft flog.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte Anschläge wie diese. Es handele sich um eine «bösartige Kette» von Selbstmord- und Autobombenanschlägen in Bagdad und der Umgebung in den vergangenen Tagen, die unter den Namen der Terrormiliz Islamischer Staat verübt würden, erklärte das oberste UN-Gremium.

Ausgangssperre verhängt

Aus Angst vor einem weiteren Vormarsch des IS verhängte die irakische Regierung für den Freitag in Ramadi, der Regionalhauptstadt der Provinz Anbar, eine Ausgangssperre. Sie solle die Bewegungsfreiheit von Kämpfern einschränken, während die Sicherheitskräfte versuchten, in Ramadi Widerstandsnester auszuheben, sagte der Vorsitzende des Provinzrates von Anbar, Sabah Karhut. Ramadi liegt rund 115 Kilometer westlich von Bagdad.

IS-Kämpfer hatten in der Region um Ramadi zuletzt trotz der internationalen Luftangriffe wieder an Boden gewonnen. Die Region war eine der ersten Bastionen der Extremistengruppe. Die Stadt Falludscha und Teile Ramadis fielen bereits Anfang des Jahres an den IS, Monate bevor die Extremisten Mossul und einen Grossteil des Nordens eroberten.

Ruf nach Unterstützung

Ramadi ist vor allem deshalb nicht an den IS gefallen, weil örtliche Stämme sich mit Waffengewalt gegen die Extremisten gestellt haben. Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi drang bei einem Treffen mit einer Delegation aus Anbar am Freitag auf weitere Unterstützung der Stammeskämpfer.

Ähnlich äusserte sich auch der irakische Grossajatollah Ali al-Sistani. In der von seinem Sprecher verlesenen Freitagspredigt betonte Al-Sistani, dass die Stämme des Landes bei der Verteidigung des Iraks immer eine entscheidende Rolle gespielt hätten. «Wir fordern die gläubigen Stammesangehörigen auf - besonders jene im Westirak, die in den vergangenen Monaten Ziel einer heftigen Kampagne von Daesh waren - in ihre Fähigkeiten und in die Fähigkeiten der Armee zu vertrauen, um diese Banden zu besiegen», sagte der schiitische Geistliche. Daesh ist das arabische Akronym für den IS.ü

SDA/chk

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