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Eine unerträgliche Stille liegt über der Stadt

Vor einem Jahr erschütterte ein Erdbeben Haiti. Die haitianische Autorin Yanick Lahens erzählt, wie sie diesen Tag erlebt hat.

Als sei die Zeit stillgestanden: Haitis Hauptstadt Port -au-Prince kurz nach dem Erdbeben.
Als sei die Zeit stillgestanden: Haitis Hauptstadt Port -au-Prince kurz nach dem Erdbeben.
Reuters

Ich werde nie vergessen, wie still es in Port-au-Prince an diesem Tag war.

Die Stille in einer zu Staub gewordenen Stadt, durch die Geistergestalten irren. Eingestürzte Mauern, zerdrückte Häuser zeigen offen ihre pulvrig weissen Wunden. Abgedeckte Dächer, so weit das Auge reicht. Hier und da stolpert man über eine Tür, einen Spiegel, trifft auf einen Sessel, ein Bett, einen Schrank, absurd verloren mitten in den Trümmern. Ringsum riecht es nach Erde und nach Tod. Der Geruch der Armut, der Geruch derjenigen, die seit dem Anfang der Welt nichts haben.

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