Geleakte Dokumente zeigen «riesigen Einfluss» Teherans im Irak

Der Iran nutzte den Einmarsch der USA, um genehme Politiker im Nachbarland in Machtpositionen zu bringen. Ein Kommandant ist eine Art Schattenregent.

Der Iran hat seinen Einfluss im Nachbarland Irak stark ausgebaut. Foto: Leonhard Foeger/Reuters

Der Iran hat seinen Einfluss im Nachbarland Irak stark ausgebaut. Foto: Leonhard Foeger/Reuters

Hunderte geheime iranische Dokumente belegen laut US-Medienberichten den «riesigen Einfluss» Teherans im benachbarten Irak. Die Enthüllungswebsite «The Intercept» und die Zeitung «New York Times» veröffentlichten am Montag eine Auswertung von rund 700 Seiten geheimer Berichte des iranischen Geheimdienstministeriums aus den Jahren 2014 und 2015, die neue Einblicke in dessen Rolle im Irak geben.

Die Dokumente «geben ein detailliertes Bild, wie aggressiv Teheran daran gearbeitet hat, seinen Einfluss in der irakischen Politik auszubauen, und zur einzigartigen Rolle von General Soleimani», schreiben die beiden Medien in ihren zeitgleich veröffentlichten Artikeln.

Soleimani ist der Kommandant der Al-Quds-Brigade für Auslandseinsätze der iranischen Revolutionsgarden, der eine zentrale Rolle in der irakischen Politik spielt. Während der beispiellosen Proteste der vergangenen Wochen im Irak reiste Soleimani wiederholt nach Bagdad und Nadschaf, um zu verhindern, dass die politischen Parteien der Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Adel Abdel Mahdi die Unterstützung entziehen, wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr.

In einem der geheimen Dokumenten heisst es laut der «New York Times», Abdel Mahdi habe als irakischer Ölminister 2014 eine «spezielle Beziehung» zum Iran gehabt.

Die geheimen Dokumente wurden «The Intercept» von einer Quelle zugespielt, die die Welt wissen lassen wollte, «was der Iran in meinem Land Irak tut». Der Iran hat ihren Einfluss in dem Nachbarland seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein durch die US-Invasion 2003 immer weiter ausgeweitet. Laut den US-Medien gewann der Iran besonders seit dem US-Truppenabzug 2011 an Einfluss.

Der Abzug habe viele irakische Mitarbeiter des US-Geheimdiensts CIA «arbeits- und mittellos» gemacht, weshalb sie dem Iran Informationen über die CIA-Operationen im Irak angeboten hätten, schrieb die «NYT». So habe ein Mitarbeiter des irakischen Militärgeheimdiensts bei einem Treffen mit einem iranischen Agenten in Karbala gesagt: «Betrachten sie alle Geheimdienstinformationen der irakischen Armee als Ihre».

red/sda

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