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Im Nahen Osten nichts Neues

Die jüngsten Friedensbemühungen im Nahostkonflikt scheinen nichts als heisse Luft gewesen zu sein: Israel übt Vergeltung und Palästina droht mit dem Abbruch der Friedensgespräche.

Palästinenser demonstrieren gegen den Siedlungsbau in Halamish: Israelische Soldaten schiessen mit Gummischrot.
Palästinenser demonstrieren gegen den Siedlungsbau in Halamish: Israelische Soldaten schiessen mit Gummischrot.
Keystone

Mahmoud Abbas forderte am Wochenende erneut einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus. Die israelische Luftwaffe bombardierte unterdessen mehrere Tunnel im Gazastreifen. Dabei wurden mindestens zwei Palästinenser getötet.

Die israelischen Streitkräfte bezeichneten das Bombardement am Sonntag als Vergeltung für die jüngsten Anschläge der Hamas im Westjordanland. Dabei waren vier Israelis getötet und zwei weitere verletzt worden. Die Anschläge überschatteten auch den Beginn der israelisch-palästinensischen Verhandlungen am Donnerstag in Washington.

Ein Scheitern liegt nach

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajjad dämpfte am Wochenende die Erwartungen an die Gespräche. Ein Scheitern der Verhandlungen sei wahrscheinlicher als ein Erfolg, sagte Fajjad vor Journalisten.

Einer der umstrittensten Punkte bei den Gesprächen ist die israelische Siedlungspolitik. Ein von der Regierung verhängter vorläufiger Baustopp läuft am 26. September aus. Abbas bekräftigte am Samstag, er werde die Verhandlungen abbrechen, falls Israel das Moratorium nicht verlängere. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat diesbezüglich noch keine Entscheidung verkündet. In einer Kabinettssitzung am Sonntag sagte er, es seien kreative Lösungen gefragt, um den Gesprächen zu einem Erfolg zu verhelfen.

Beim Friedenstreffen in den USA hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu noch optimistisch angekündigt: «Ich bin heute hier, um einen historischen Kompromiss zu finden, der beiden Völkern ermöglicht, in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben»

Drei Tunnel bombardiert

Abbas und Fajjad gehören der Fatah-Bewegung an, die mit der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas rivalisiert. Aus dem Küstengebiet heraus feuerten radikale Palästinenser am Samstag eine Rakete auf israelisches Staatsgebiet ab. Verletzt wurde dabei niemand. Dagegen waren bei einem Überfall in der Nähe von Hebron im Westjordanland am Dienstag vier Israelis ums Leben gekommen.

Ziele der israelischen Luftangriffe am Samstagabend waren zwei Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen sowie ein Tunnel, den Extremisten offenbar nutzen wollten, um unerkannt nach Israel zu gelangen. Hamas-Vertreter erklärten am Sonntag, bei den beiden Toten, dem Verletzten sowie zwei noch Vermissten handle es sich um Schmuggler.

dapd/mrs

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