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«In Jordanien leiden wir unter denselben Übeln wie die Tunesier»

Die Revolte in Tunesien hat nach der Bevölkerung von Jemen auch die Jordanier ermutigt, auf die Strasse zu gehen. In Ägypten zündete sich ein Mann vor dem Parlamentsgebäude an.

Demonstranten drohen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mit ihren Dolchen. (16. Februar 2011)
Demonstranten drohen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mit ihren Dolchen. (16. Februar 2011)
Keystone
Im Universitätsviertel von Sanaa prostestieren Studenten gegen den Präsidenten.
Im Universitätsviertel von Sanaa prostestieren Studenten gegen den Präsidenten.
Keystone
Wollen mit einem «demokratischen Wechsel» einen neuen Jemen aufbauen: Studenten beim Protest am 16. Januar.
Wollen mit einem «demokratischen Wechsel» einen neuen Jemen aufbauen: Studenten beim Protest am 16. Januar.
AFP
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In der jordanischen Hauptstadt Amman haben knapp 3000 Menschen mit einem Sitzstreik vor dem Parlament gegen die Inflation und die Wirtschaftspolitik der Regierung protestiert. An der Demonstration nahmen am Sonntag nach Angaben eines AFP-Journalisten Gewerkschaftsmitglieder, islamistische Muslimbrüder sowie Mitglieder linksgerichteter Parteien teil.

«In Jordanien leiden wir unter denselben Übeln, die Tunesien erschüttert haben, und wir müssen der Unterdrückung ein Ende machen sowie den Fesseln für die Freiheiten und den Willen des Volkes», sagte der Vorsitzende der Muslimbrüder, Hammam Said. Der Gewerkschaftsvertreter Abdel Hadi el Falahat sagte, die drei Veranstalter der Kundgebung «fordern den Sturz der Regierung und eine Umverteilung der Besitztümer im Land».

Hilfspaket soll Preise senken und Arbeitsplätze schaffen

Bereits am Samstag hatten rund 50 jordanische Gewerkschafter eine Sitzblockade vor der tunesischen Botschaft in Amman abgehalten. Am Freitag hatten mehrere Tausend Menschen friedlich in mehreren Städten des Königreiches gegen Preissteigerungen und Arbeitslosigkeit demonstriert und die Absetzung der Regierung gefordert.

Erst vergangenen Dienstag hatte die Regierung ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 126 Millionen Euro verabschiedet, um die Preise zu senken und Arbeitsplätze zu schaffen. Rund ein Viertel aller Jordanier lebt laut einer Studie des jordanischen Wirtschafts- und Sozialrates unterhalb der Armutsgrenze.

Nachahmer zündet sich in Kairo an

Vor dem Parlament in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wiederum hat sich am Montag ein Mann mit Benzin übergossen und angezündet. Nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen wurde der Mann schwer verletzt in ein Spital gebracht.

Über seinen Zustand und seine Motive war zunächst nichts bekannt. In Tunesien hatte sich im Dezember ein 26-Jähriger angezündet, nachdem ihn die Polizei daran hinderte, Gemüse und Obst für seinen Lebensunterhalt zu verkaufen.

Der Mann, der später seinen Verletzungen erlag, löste damit wochenlange Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und politische Unterdrückung in Tunesien aus. Diese führten am Freitag zum Sturz des seit 23 Jahren amtierenden Staatschefs Zine al-Abidine Ben Ali.

Algerier verbrannte sich aus Protest

In der algerischen Bergarbeiterstadt Boukhadra nahe der Grenze zu Tunesien setzte sich am Samstag ein arbeitsloser Mann aus Protest gegen die Behörden in Brand. Er erlag am Sonntag seinen Verletzungen.

Seit Freitag versuchten in Algerien drei weitere Menschen, sich selbst zu verbrennen. In allen Fällen konnten Polizisten das Feuer rasch löschen und die Männer retten.

AFP/miw

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