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Libanon schliesst Grenze für syrische Flüchtlinge

Ein Viertel aller Menschen im Libanon sind Flüchtlinge aus Syrien. Die Einheimischen fühlen sich bedrängt, nun reagieren die Behörden.

Auf der Flucht: Eine syrische Familie wartet vor dem Grenzübergang in den Libanon. (14. August 2014)
Auf der Flucht: Eine syrische Familie wartet vor dem Grenzübergang in den Libanon. (14. August 2014)

Der Libanon hat seine Grenzen für Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien weitgehend geschlossen. Es würden jetzt deutlich weniger ins Land gelassen als früher, sagte am Samstag die Vertreterin des UNO-Flüchtlingshilfswerks in Libanon, Ninette Kelley.

Die Regierung begründete den Entscheid damit, dass bereits jetzt zu viele Flüchtlinge dort lebten. Ein Viertel aller Menschen im Libanon sind Flüchtlinge, das sind pro Kopf mehr als in jedem anderen Land der Welt. Viele von ihnen leben in ärmsten Verhältnissen.

Weniger Jobs und tiefere Löhne

Der Libanon zählt rund 4,5 Millionen Einwohner und hat mehr als eine Million Syrer aufgenommen. In der Bevölkerung stossen sie mittlerweile auf eine zunehmende Ablehnung.

Sie würden den Einheimischen die Jobs wegnehmen und Löhne drücken, heisst es. Schulen und Spitäler seien wegen der Flüchtlinge überfüllt. Nach offiziellen Angaben werden weitere Flüchtlinge nur bei dringenden humanitären Gründen ins Land gelassen.

UNO-Vertreterin Kelley rief dazu auf, dem Libanon mit Investitionen in seine Infrastruktur zu helfen, den Zustrom von Flüchtlingen zu verkraften. Nach UNO-Angaben haben 3,2 Millionen Syrer ihre Heimat wegen des Bürgerkrieges dort verlassen. Viele sind in die Türkei und nach Jordanien gegangen.

Der Libanon hat vor mehr als 60 Jahren Zehntausende Palästinenser aufgenommen, die aus dem Gebiet des heutigen Israel geflohen waren oder von dort vertrieben wurden. Die Flüchtlingslager bestehen heute noch, oft als Slums. Hunderttausende Menschen leben dort.

SDA/fko

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