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Menschenrechtler in Syrien zu Tode gefoltert

Am Dienstag wurde er festgenommen, am Samstag bekam die Familie seine Leiche: Der Fall eines bekannten syrischen Menschenrechtlers gibt den USA Anlass zu verschärfter Rhetorik.

Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Bekommen noch keine Unterstützung der UNO: Demonstranten ziehen durchs Zentrum von Homs. (28. September 2011)
Reuters
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Fordern Assads Tod: Demonstranten in Idlib tragen Masken. (23. September 2011)
Reuters
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
Syrische Soldaten beobachten die Grenze zur Türkei in der Provinz Idlib. Die Zahl der in die Türkei geflohenen Syrer ist Ende Juni leicht zurückgegangen, nachdem der Exodusim Nordwesten des Landes wochenlang angehalten hatte. (29. Juni 2011)
AFP
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Die US-Regierung hat die Tötung des syrischen Menschenrechtsaktivisten Ghijath Matar scharf kritisiert. Matar sei in Gewahrsam der Sicherheitskräfte gestorben, erklärte Aussenamtssprecherin Victoria Nuland gestern in Washington. Die USA verurteilten dies «aufs Schärfste».

Matar, einer der Organisatoren der Proteste gegen die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad, war am Dienstag festgenommen worden. Am Samstag wurde seine Leiche seiner Familie übergeben. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wies diese mit Verletzungen an Brust und im Gesicht klare Zeichen von Folter auf.

«Vorbild» für das syrische Volk

Nuland erklärte, Matars Mut angesichts der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung sei in seiner Heimatstadt Daraja und in ganz Syrien bekannt. Er sei der «verachtenswerten Gewalt» der syrischen Regierung mit friedlichem Protest entgegengetreten. Damit sei er ein Vorbild für das syrische Volk. Die Sprecherin forderte Assad erneut zum Rücktritt und zu einem Ende der Gewalt auf. Die USA unterstützten die Syrer bei ihrem «Widerstand gegen Tyrannei».

Bei dem gewaltsamen Vorgehen auch mit scharfer Munition gegen regierungskritische Demonstranten in Syrien wurden seit Mitte März nach Uno-Angaben mehr als 2200 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Nach Angaben der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden zudem mehr als 70'000 Menschen festgenommen. 15'000 von ihnen sind demnach noch in Haft.

Golfstaaten fordern Gewaltende

Auch die Golfstaaten forderten erneut ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Aussenminister der sechs im Golfkooperationsrat zusammengeschlossenen Länder forderten gestern nach einem Treffen im saudiarabischen Dschiddah ein «sofortiges Ende der Tötungsmaschinerie» in Syrien und die Umsetzung «ernsthafter Reformen».

Zum Golfkooperationsrat gehören Saudiarabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Katar. Sie hatten erstmals Anfang August ein Ende des «Blutvergiessens» in Syrien gefordert.

Weitere Oppositionelle getötet

Während der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, am Samstag mit Assad über Vorschläge für eine Entspannung sprach, töteten Regierungskräfte in mehreren Regionen Syriens insgesamt 24 Menschen, wie Oppositions-Aktivisten mitteilten. Gestern dann hätten die Einheiten ihren Einsatz in der Protesthochburg Homs noch verstärkt.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, al-Arabi habe bei dem Gespräch jegliche ausländische Einmischung in Syriens innere Angelegenheiten abgelehnt. Assad wiederum habe eine «Kampagne» gegen sein Land beklagt, bei der «falsche Fakten» verbreitet würden.

Nach seiner Abreise aus Syrien sagte al-Arabi in Kairo, er sei mit Assad übereingekommen, dass Reformschritte unternommen werden. «Die Schritte werden bei einem Treffen der Arabischen Liga präsentiert, das am Montag stattfinden soll», sagte er. «Ich habe bei meinem Treffen mit Assad darauf beharrt, dass sofortige Schritte nötig sind, um Gewalt und Blutvergiessen in Syrien zu beenden.»

sda/AFP/ami

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