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«Mursi droht Gefängnis oder das Exil – vielleicht in Saudiarabien»

Was passiert nun eigentlich mit dem abgesetzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi?

Die Regierungsbildung schreitet voran: Mohammed al-Baradei wird vom Interimspräsidenten Adli Mansur als Vizepräsident vereidigt. (14. Juli 2013)
Die Regierungsbildung schreitet voran: Mohammed al-Baradei wird vom Interimspräsidenten Adli Mansur als Vizepräsident vereidigt. (14. Juli 2013)
AP/zvg
Angriff der Islamisten: Ein zerstörtes Panzerfahrzeug in al-Arish. (12. Juli 2013)
Angriff der Islamisten: Ein zerstörtes Panzerfahrzeug in al-Arish. (12. Juli 2013)
AP Photo/Muhammed Sabry
Ende Juni intensivierten sich die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Mursi. Die Forderung auf dem Tahrir-Platz ist missverständlich. (30. Juni 2013)
Ende Juni intensivierten sich die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Mursi. Die Forderung auf dem Tahrir-Platz ist missverständlich. (30. Juni 2013)
Keystone
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Die ägyptische Armee hat die Festnahme des von ihr abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi bestätigt. Mursi werde «vorsorglich» festgehalten, sagte ein ranghoher Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Ein ranghoher Vertreter der Mursi nahestehenden islamistischen Muslimbruderschaft hatte zuvor gesagt, Mursi und seine engsten Mitarbeiter seien von der Armee unter Hausarrest gestellt worden. Mursi sei später von seinen Getreuen getrennt und ins Verteidigungsministerium in Kairo gebracht worden, sagte Gehad al-Haddad, ein ranghohes Mitglied der Muslimbrüder und Sohn von Mursis nationalem Sicherheitsberater Essam al-Haddad.

Haft oder Exil

Die Frage bleibt, was nun mit Mohammed Mursi geschieht. Islamwissenschaftler Reinhard Schulze gegenüber «10vor10»: «Es wird wohl zu einer Anklage gegen Mohammed Mursi wegen Amtsmissbrauch kommen. Mursi droht eine Gefängnisstrafe oder das Exil – vielleicht in Saudiarabien.»

Die Sicherheitskräfte haben auch den Führer der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit - des politischen Arms der Muslimbrüder - Saad al-Katatni, sowie den stellvertretenden Chef der Muslimbrüder, Rashad Bajumi, fest. Laut der staatlichen Zeitung «al-Ahram» wird nach 300 Mitgliedern und Führern der Muslimbruderschaft gefahndet.

«Die Muslimbrüder sind politisch gescheitert»

Zum Schicksal der Muslimbrüder als Partei sagt Reinhard Schulze im «10vor10»: Grösster Fehler von Mursis war es, zu glauben, dass die Muslimbruderschaft den Staat als politische Partei übernehmen könne.» Das vergangene Jahr habe jedoch in Wirtschafts- und Aussenpolitik gezeigt, dass die Bewegung keine Akzente setzen konnte. «Die Muslimbrüder sind politisch gescheitert. Und wenn sie in Ägypten gescheitert sind, können sie auch in Tunesien und Syrien scheitern.»

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