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Nahostgespräche: Abbas lenkt ein

Trotz Ende des Baustopps möchte der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an den Friedensgesprächen festhalten. Die Hamas kritisiert diese Entscheidung hart.

Offenbar zu einer Kompromisslösung bereit: Mahmud Abbas.
Offenbar zu einer Kompromisslösung bereit: Mahmud Abbas.
Keystone

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas will auch nach dem Auslaufen des israelischen Baustopps im Westjordanland zunächst an den Nahost-Friedensgesprächen festhalten. Er werde die Verhandlungen mit Israel in diesem Fall nicht sofort abbrechen, sagte Abbas.

Wenn die Regierung in Jerusalem das in der Nacht zum Montag auslaufende Moratorium nicht verlängere, werde er das zuständige Gremium der Arabischen Liga konsultieren, sagte Abbas in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der arabischen Zeitung «Al-Hayat» weiter.

Netanyahu zu keiner Verlängerung bereit

Diese hatte ihm grünes Licht für die Gespräche mit Israel gegeben. Das Interview war bereits am Freitag geführt worden. Ein Sprecher Abbas' sagte, Abbas habe das Gremium für die kommenden Tage in Kairo einberufen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte angekündigt, das vor zehn Monaten verhängte Moratorium nicht zu verlängern. Abbas hatte wiederholt damit gedroht, in diesem Fall den Verhandlungstisch sofort zu verlassen.

Unabhängig von einer möglichen Verlängerung des Moratoriums forderte die im Gazastreifen herrschende Hamas einen sofortigen Abbruch der Gespräche. Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte am Sonntag, die beste palästinensische Antwort auf die Starrköpfigkeit Netanjahus sei es, «dass Abbas sich von den Verhandlungen zurückzieht und ihr Ende verkündet.»

«Judaisierung des Landes»

Netanjahus Regierung benutze die Friedensgespräche nur als Deckmantel, um den Siedlungsausbau und die «Judaisierung des Landes» fortzusetzen, sagte Barhum weiter. Hamas ist an den Friedensgesprächen nicht beteiligt.

Als Alternative zu den Gesprächen, die zu Monatsbeginn wieder aufgenommen worden waren, solle Abbas sich lieber auf die innerpalästinensische Versöhnung konzentrieren, hiess es in einer schriftlichen Stellungnahme Barhums.

SDA/mrs

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